CR-Strategie

Wo fängt unsere Verantwortung an? Für uns ist die Antwort klar: auf dem Baumwollfeld, beim Holzanbau, der Energieerzeugung und dem -verbrauch sowie bei den Menschen in den Fabriken. Wir sehen das große Ganze und setzen anspruchsvolle Ziele.

 
 

Seit mehr als dreißig Jahren ist es für uns selbstverständlich, unsere Geschäftstätigkeit nach Nachhaltigkeitsprinzipien zu gestalten. Unsere mit der 2012 eingeführten „CR-Strategie 2020“ gesteckten Ziele haben wir zu großen Teilen erreicht.

Unsere CR-Strategie

Um auch künftig Maßstäbe zu setzen und somit unseren eigenen wie auch den Anforderungen unserer Stakeholder gerecht zu werden, haben wir eine neue CR-Strategie erarbeitet, die 2021 in Kraft getreten ist. 

Mit dieser neuen CR-Strategie, die wir sehr deutlich und sehr sichtbar in unserer Gesamtstrategie verankert haben, entwickeln wir die klassischen Themenfelder weiter, bauen deren Umfang aus und nehmen gleichzeitig neue auf. Wir sehen darin die Chance, auf das steigende Nachhaltigkeitsbewusstsein in der Gesellschaft zu reagieren und noch stärker als bisher unseren aktiven Beitrag zu dringenden Themen wie Klimawandel, Umweltschutz, Menschenrechte und Digitalisierung zu leisten. 

Die insgesamt sieben Themenfelder und die damit verbundenen langfristigen „Transformational Goals“ dienen den einzelnen Konzerngesellschaften als Handlungsrahmen. Wir werden sie regelmäßig überprüfen, weiterentwickeln und – wo nötig – flexibel anpassen. Doch die Ziele bleiben dabei verbindlich festgeschrieben.

Bis 2030 in unserer eigenen Geschäftstätigkeit klimaneutral zu werden, ist unser erklärtes Ziel. Ein stark steigender Anteil nachhaltiger Materialien und eine weitere Verbesserung unserer Nachhaltigkeitsperformance entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette bleiben hoch priorisiert. Zu den neu definierten Themenfeldern gehört neben „Circularity“, „Empowered Employees“ und „Conscious Customers“ auch „Digital Responsibility“. Denn die digitale Transformation ist nicht nur ein Prozess, der uns als Unternehmen in den vergangenen Jahren beschäftigt hat und weiter beschäftigen wird, sondern eine gesellschaftliche Revolution, die fortlaufend stattfindet. Als Unternehmensgruppe sind wir nicht nur Teil der Wirtschaft, sondern auch Teil der Gesellschaft. Deshalb wollen wir diese Revolution aktiv und werteorientiert mitgestalten.

Die sieben Themenfelder der CR-Strategie

Für jedes Themenfeld verfolgen wir ein langfristiges Ziel (Transformational Goal) sowie konkrete kurzfristige Ziele oder Fokusthemen für die Umsetzung in den kommenden Jahren (Core Priorities).

Climate 

Das Ziel ist Klimaneutralität in unserer gesamten Wertschöpfungskette.

Zu unseren Prioritäten zählt, die Treibhausgas-Emissionen in unserer eigenen Geschäftstätigkeit weiter zu vermeiden und zu reduzieren. Wir wollen unsere spezifischen Emissionen im Vergleich zu 2018 um 40 Prozent bis 2025 senken und bis 2030 unsere eigene Geschäftstätigkeit klimaneutral ausgerichtet haben. In diesen Bereich fallen unsere Standorte, die Transporte, die Mobilität der Mitarbeiter*innen sowie die externen Rechenzentren und Cloud-Dienstleistungen. Beispielsweise stellen wir von Straßen- oder Luftfracht auf Seefracht und Schienentransport um, beziehen hochwertig zertifizierten Grünstrom oder verringern Geschäftsreisen. Unvermeidbare Emissionen kompensieren wir im letzten Schritt mit qualitativ hochwertigen Klimaschutzprojekten. In diesem Zusammenhang sind wir eine exklusive Kooperation mit renommierten Partnern aus Wissenschaft und Naturschutz eingegangen, um die Renaturierung von deutschen und europäischen Moorflächen aktiv voranzutreiben. Neben einer engen Verzahnung von Klima-, Naturschutz und Artenvielfalt liefert das Projekt auch konkrete Methoden und Verfahren für eine dauerhafte Reduzierung von CO2-Emissionen aus Moorböden und generiert mittelfristig eigene Zertifikate zur Kompensation. Außerdem sollen Optionen für die Verwertung weiterer Produkte aus Mooren im Sinne einer Kreislaufwirtschaft im Geschäftsbetrieb der Otto Group durchleuchtet werden

Supply Chain

Das Ziel ist die kontinuierliche Verbesserung der sozialen und ökologischen Performance zusammen mit unseren Produzenten entlang unserer gesamten Lieferkette.

Zu unseren Prioritäten zählt es, Transparenz entlang unserer gesamten Lieferkette zu erlangen und dazu langfristig alle Akteure auf allen Stufen der Lieferkette, vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt, weltweit zu identifizieren. Auf Basis dessen wollen wir die sozialen und ökologischen Produktionsbedingungen kontinuierlich in ausgewählten Bereichen wie zum Beispiel Chemikalienmanagement, Klimaschutz, existenzsichernden Löhnen, Kinderschutz oder Arbeitssicherheit verbessern. Dabei konzentrieren wir uns auf Eigen- und Lizenzmarken der Otto Group. Mit der neuen Strategie stellen wir uns der großen Herausforderung, auch in der tieferen Lieferkette wirksam zu werden, um unsere Ansprüche an menschenwürdige Arbeitsbedingungen und Umweltschutz trotz begrenzter Einflussmöglichkeiten umzusetzen. Uns ist bewusst, dass noch ein weiter Weg vor uns liegt – deshalb setzen wir auf einen systematischen und partnerschaftlichen Ansatz für kontinuierliche und langfristige Verbesserungen.

Sustainable Materials

Das Ziel ist der Einsatz nachhaltiger Materialien in all unseren Produkten.

Bis 2025 sollen 65 Prozent der verwendeten Fasern bei Eigen- und Lizenzmarken unserem „Preferred-Fiber-Portfolio“ entsprechen. Zu diesem Portfolio zählen wir Fasern, die im Vergleich zu konventionellen Fasern deutlich weniger schädliche Auswirkungen haben, sowie recycelte Materialien und tierische Fasern, bei denen das Tierwohl geachtet wird. Weiterhin werden wir das Ziel von 100 Prozent nachhaltiger Baumwolle fortführen. Bis 2025 werden wir zudem 100 Prozent FSC®-zertifiziertes Holz bei Eigen- und Lizenzmarken sowie strategisch relevanten Lieferanten und 100 Prozent nachhaltiges Katalogpapier für Werbezwecke verwenden. Auch wollen wir bis 2023 ausschließlich nachhaltige Versandverpackung verwenden.

Circularity 

Das Ziel ist die Anwendung von Prinzipien und Lösungen der Kreislaufwirtschaft in unseren Geschäftsmodellen.

Im Themenfeld „Circularity“ stellen wir uns der globalen Herausforderung eines stetig steigenden Ressourcenverbrauchs. Wir machen uns auf den Weg hin zu einer Circular Economy, in der Materialien und Produkte so lange wie möglich im Kreislauf gehalten und bestmöglich wiederverwertet werden können. In dieser Transformation sieht die Otto Group die Chance, bestehende Geschäftsmodelle und Prozesse neu zu denken sowie innovative Konzepte zu entwickeln. Hierzu gehören neben intelligentem Produktdesign auch Maßnahmen, die den Lebenszyklus von Produkten verlängern – zum Beispiel durch Reparaturservices, Re-Commerce, Sharing-Modelle oder die Optimierung von Recyclingsystemen. 

Conscious Customers

Das Ziel ist die Inspiration und Befähigung unserer Kund*innen zu bewussten und nachhaltigen Entscheidungen.

Unsere Kund*innen stehen für uns im Mittelpunkt und der ethische Konsum ist inzwischen im Mainstream angekommen, wie auch die Otto Group Trendstudie 2020 zeigt. Wir sehen es als unsere Aufgabe, unsere Kund*innen dabei zu unterstützen, bewusste und nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Beispielsweise versehen wir Produkte in unseren Shops mit Hinweisen zum Thema Nachhaltigkeit, bieten grüne Versandoptionen an und geben Inspirationen rund um ethischen Konsum im Alltag. Im Themenfeld „Conscious Customers“ haben wir uns drei Prioritäten gesetzt. Das erste Ziel ist Transparenz. Wir stellen unsere Positionierung zum Thema Nachhaltigkeit dar, zum Beispiel auf der Website, und holen in der Gegenrichtung auch Informationen darüber ein, welchen Stellenwert das Thema für unsere Kund*innen hat, beispielsweise über Befragungen. Als zweites Ziel führen wir die Kennzeichnung nachhaltiger Produkte bei allen beteiligten Konzerngesellschaften bis 2022 ein. Das dritte Ziel ist die Sichtbarkeit und Verständlichkeit von Nachhaltigkeit entlang der Berührungspunkte mit unseren Kund*innen (Customer Journey). Dafür legen die Konzerngesellschaften eigene Schwerpunkte fest und entwickeln ganzheitliche Kommunikationskonzepte.

Empowered Employees

Das Ziel ist die Befähigung unserer Mitarbeitenden, Nachhaltigkeit zu erleben und aktiv mitzugestalten.

Unsere Mitarbeitenden sind das Herzstück unserer Unternehmen und können mit ihren täglichen Entscheidungen und Handlungen einen wichtigen Teil dazu beitragen, dass wir als Otto Group unsere Unternehmensverantwortung leben. Deshalb ist es uns wichtig, dass wir für unsere Mitarbeitenden Transparenz über die Aktivitäten und Verpflichtungen der Otto Group rund um das Thema Nachhaltigkeit schaffen. Darüber hinaus bieten wir Möglichkeiten, Nachhaltigkeit aktiv im Arbeitsalltag zu erleben und mitgestalten zu können – denn unsere Beschäftigten sind oft am nächsten an unseren Kund*innen und Prozessen und damit an neuen Ideen zu nachhaltigen Lösungen dran. Dazu gehört für uns auch die interne Vernetzung und der Austausch zwischen den Konzerngesellschaften: zum Beispiel in unserer internen Good Community, in der sich die Mitarbeitenden konzernübergreifend für das Thema Nachhaltigkeit engagieren.

Digital Responsibility 

Das Ziel ist die Gestaltung einer werteorientierten Digitalisierung für Mensch und Gesellschaft.

Wir wollen die Chancen der Digitalisierung nutzen und dabei die Transformation verantwortungsvoll entsprechend unserer deutschen und europäischen Werte gestalten. Dafür entwickeln wir Lösungsansätze für unsere Organisation und die Gesellschaft. Gleichzeitig fördern wir als Otto Group den gesellschaftsübergreifenden Diskurs mit dem Ziel, gemeinsam zu handeln, und wollen uns in die Gestaltung von gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen einbringen. Gleichzeitig ist es uns wichtig, auch an konkreten Maßnahmen und Initiativen zu arbeiten, um unserem Anspruch als zukunftsorientierte Organisation durch erfolgreich umgesetzte Transformations- und Leuchtturmprojekte gerecht zu werden. Dabei denken wir neben Fragestellungen rund um die Themen Daten und Sicherheit, digitale Bildung sowie die Zukunft der Arbeit auch Klimaschutz und Digitalisierung zusammen, beispielsweise mit einem Projekt zur Erhebung des CO2-Fußabdrucks in der IT. Zudem haben wir die konzernweite Weiterbildungsinitiative TechUcation ins Leben gerufen, um unseren Mitarbeitenden ein einheitliches Verständnis von Digitalisierung noch besser zu vermitteln sowie Lernmöglichkeiten anzubieten. Neben der Anbindung internationaler Konzerngesellschaften werden auch die Beschäftigten im Bereich Logistik die Möglichkeit bekommen, sich über die Plattform weiterzubilden.

 

impACT – Analysieren, Bewerten, Handeln

Das Fundament für die strategische Weiterentwicklung bildet der von uns entwickelte Managementprozess impACT, bei dem wir alle ökologischen und sozialen Auswirkungen unserer geschäftlichen Tätigkeit auf Mensch und Natur erfassen. impACT verknüpft die Auswirkung (impact) mit dem daraus abgeleiteten Handeln (act).

Teil des Prozesses ist unsere Wesentlichkeitsanalyse, auf deren Basis wir die sieben Themenfelder unserer neuen CR-Strategie definiert haben. Dazu wurden zum einen die Auswirkungen auf die Umwelt und die sozialen Risiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette untersucht und zum anderen interne und externe Stakeholder befragt. 

Anhand der Ergebnisse dieser sogenannten Wesentlichkeitsanalyse entwickeln wir strategische Ziele und operative Maßnahmen. So können wir unsere finanziellen und personellen Mittel gezielt dort einsetzen, wo sie die größte Wirkung entfalten. Die Maßnahmen werden unter dem Dach der Nachhaltigkeitsstrategie umgesetzt. 

 

An den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) orientieren

Die vereinten Nationen haben mit der Agenda 2030 und ihren 17 „Sustainable Development Goals“ (SDGs) einen Fahrplan für die Zukunft verabschiedet, der für alle Länder gleichermaßen gilt. Bei der Zielerreichung sind auch und besonders die Unternehmen gefordert. Um unsere CR-Aktivitäten noch besser auf die globalen Herausforderungen auszurichten, hat die Otto Group die SDGs strategisch in das konzernweite Nachhaltigkeitsmanagement eingebettet. Wir haben uns bei der Strategieentwicklung unter anderem an diesen Zielen als Rahmenwerk orientiert und die neue CR-Strategie systematisch mit den SDGs abgeglichen.

 

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Dokumente

Nachhaltigkeitsberichte, Studien und Verhaltenskodizes

Arbeits-bedingungen

Verantwortung endet nicht vor den Fabriktoren

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