Digitale Verantwortung

Corporate Digital Responsibility

Die Digitalisierung ist Chance und Herausforderung zugleich. Sie verändert unseren Alltag und unser Arbeitsleben. Auf welche Art und Weise diese stete Transformation abläuft, liegt in unser aller Hand. Deshalb entwickelt die Otto Group Lösungen für eine werteorientierte Digitalisierung. Und wir fördern über Initiativen und Projekte den gesellschafts­übergreifenden Diskurs, um gemeinsam mit anderen Unternehmen, mit Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft einen verantwortungsvollen Rahmen zu schaffen – für eine Digitalisierung, die dem Menschen zugewandt ist.



Digitale Verantwortung im Detail

Unser Anspruch ist es, Digitalisierung innerhalb unseres Wirkungskreises werteorientiert zu gestalten und gemeinsam mit Partnern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft ins Handeln zu kommen. Dabei setzen wir auf Austausch und Schulterschluss mit anderen Akteuren. 

Daten und Sicherheit

Datenschutz ist für die Otto Group viel mehr als eine rechtliche Vorgabe, wie sie in der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) niedergelegt ist. Diese Richtlinien bilden für uns ein Mindestmaß, das wir selbstverständlich einhalten, aber in einzelnen Punkten überbieten – was in einer Vielzahl von Guidelines bindend fixiert ist. Wir verstehen Datenschutz als ethische Verpflichtung. Der sichere und vertrauensvolle Umgang mit den Daten unserer Kund*innen ist Teil dessen, was wir als unsere digitale Verantwortung verstehen. Das Vertrauen unserer Kund*innen ist Basis unseres Wachstums.

Projekte und Initiativen:

  • Responsible AI guidelines: Um den Menschen bei der Entwicklung von Algorithmen in den Mittelpunkt zu stellen, hat die Otto Group Konzerntochter OSP Leitlinien zum verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) für Entwickler*innen von Algorithmen erarbeitet. So wird eine verantwortungsvolle Datenverarbeitung gefördert und unbeabsichtigte Folgen algorithmischer Entscheidungen können vermieden werden. Oberste Prämisse: Wir entwickeln KI-Anwendungen für den Menschen – nicht gegen ihn.
  • Ethical AI community: Die konzernweite Ethical AI Community wurde im Jahr 2021 gegründet und stärkt die interne Vernetzung und den Austausch zwischen Daten- und KI-Expert*innen. Über den Erfahrungsaustausch und die Diskussion ethischer Herausforderungen rund um das Thema KI wird ein verantwortungsvollerer Umgang mit KI gefördert. Die Community beschäftigt sich inhaltlich auch mit den Risiken sowie mit Maßnahmen zur Vermeidung von Bias. Zudem entstehen in dieser Runde aktuell erste KI-Governance Ansätze.

Digitale Bildung und Teilhabe

Die Digitalisierung erfordert Flexibilität. Lebenslanges Lernen und damit die stete Weiterentwicklung von Kenntnissen und Fähigkeiten sind essentiell, um in der Geschwindigkeit des digitalen Wandels mithalten zu können. Unsere Mitarbeiter*innen brauchen deshalb Werkzeuge, mit deren Hilfe sie sich weiterbilden können. Es liegt in unserer Verantwortung, hierzu passende Angebote zu schaffen. Mit der Weiterbildungsinitiative TechUcation werden wir dieser Aufgabe gerecht. Gleichzeitig ist es im Sinne der digitalen Teilhabe wichtig, dass unsere Angebote, etwa im Online-Handel, barrierefrei sind. Sie müssen intuitiv anwendbar sein. Damit auch Menschen ohne besondere Expertise sie in Anspruch nehmen können. Daran arbeiten wir jeden Tag.

Projekte und Initiativen:

  • TechUcation: Um Lernen und digitale Bildung als selbstverständlichen Bestandteil des Arbeitsalltags zu verankern, wurde im Rahmen der konzernweiten Weiterbildungsinitiative „TechUcation“ die digitale Lernplattform Masterplan ausgerollt. Ziel ist es, dass Lernen und digitale Bildung im Arbeitsalltag eigenverantwortlich, individualisiert und arbeitsintegriert erfolgen können – unabhängig von Aufgabe, Alter oder Hierarchie.
  • Digitales Bildungsprogramm TechUcation@school: Diese Initiative ist eine Weiterentwicklung des Lernprogramms TechUcation. 2021 ging Techucation@school in Hamburg an den Start. Der Hintergrund: Lehrkräfte sind wichtige Multiplikator*innen in unserer Gesellschaft und haben einen großen Einfluss darauf, was und wie heute Digitalisierung in der Schule gelernt wird. Daher entstehen im Schulterschluss mit der Behörde für Schule und Berufsbildung sowie dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg selbst produzierte, auf die Bedürfnisse von Lehrkräften zugeschnittene Lerninhalte zu genau diesem Thema. Über das von der Stadt betriebene Lern-Management-System können sich die mehr als 20.000 Hamburger Lehrkräfte so online zu Digitalisierungsthemen weiterbilden und bekommen Unterstützung bei der Gestaltung von Unterrichtseinheiten – zum Beispiel zu Künstlicher Intelligenz, 3D-Druck, Demokratie und anderen gesellschaftspolitischen Fragen der Digitalisierung. Es handelt sich dabei um ein skalierbares Programm, das auch andere Schulbehörden und Bundesländer übernehmen könnten.
  • Develop<HER>: Diese Initiative des 2016 gegründeten konzernweiten Female Business Network Plan F, zielt darauf ab, Frauen einen Zugang zur Tech-Welt zu bieten, Barrieren abzubauen und Potenziale zu heben. Dabei werden nicht nur Mitarbeitende der Otto Group angesprochen – die Events stehen grundsätzlich jeder interessierten Frau offen, ganz gleich, welchen fachlichen Background sie hat.

Digitale Technologien für Klima- und Umweltschutz

Daten und digitale Technologien können auch zum Klima- und Umweltschutz einen wichtigen Beitrag leisten – zum Beispiel, wenn sie wie bei der Otto Group dazu genutzt werden, Prozesse zu optimieren und diese ressourceneffizient zu gestalten.

Projekte und Initiativen:

  • App BHive: Die von einigen Konzerngesellschaften der Otto Group eingesetzte App BHive dient dazu, das Chemikalienmanagement auf Fabrikebene zu digitalisieren und so einen bewussteren, umwelt- und ressourcenschonenderen Umgang zu ermöglichen. Das übergeordnete Ziel: einen Überblick über die eingesetzten Chemikalien zu erlangen und gefährliche Stoffe zu ersetzen. Nach der Pilotierung mit etwa 35 Fabriken im Jahr 2021 soll die Anwendung 2022 auf weitere Fabriken ausgeweitet werden.
  • Digitaler Fußabdruck: Die Otto Group arbeitet an einer Carbon-Footprint-App, mit der die Beschäftigten die persönlichen – zum Beispiel durch E-Mails verursachten – CO2-Emissionen auswerten können. Auch die Nutzungsdauer der persönlichen technischen Arbeitsgeräte wird einfließen.
  • „Digitaler Frühjahrsputz": Ziel dieser konzernweiten Aktion ist es, die Beschäftigten für die Umweltwirkungen zu sensibilisieren, die die Speicherung ungenutzter Daten hat. Konkret sind alle Mitarbeitenden aufgerufen, digital aufzuräumen und Speicherplatz freizugeben. 
  • „Sustainable Programming Initiative“: Unsere Konzerngesellschaft Otto Group Solution Provider (OSP) hat innerhalb dieser Initiative eine Plattform zur Analyse der Umweltwirkung von IT-Systemen entwickelt. Dadurch können Mitarbeitende die ökologischen Auswirkungen ihrer Systeme langfristig messen und optimieren. Ein weiterer Bestandteil ist der Aufbau einer Wissensdatenbank in Kooperation mit Partnern wie dem Hasso-Plattner-Institut. Die Initiative ging aus einer „Sustainable Programming Challenge“ hervor, in der Mitarbeitende von OSP aufgerufen waren, konkrete Handlungsfelder für eine nachhaltigere Digitalisierung zu präsentieren.

Wertebasierte Digitalökonomie

Wir setzen uns für eine eigenständige, wettbewerbsfähige und werte­basierte Digital­ökonomie in Europa ein. Für ein Modell, das sich vom US-amerikanischen und chinesischen Weg abhebt, indem es den Regeln der sozialen Marktwirtschaft folgt, von Respekt der Gesellschaft gegenüber nachhaltigem Wirtschaften geprägt ist und den Menschen ins Zentrum des digitalen Wandels stellt. Dieses Modell setzt also auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen, ohne den unternehmerischen Erfolg aus den Augen zu verlieren. Wir wollen gemeinsam mit Politik, Wissenschaft und Wirtschaft die Zukunftsfähigkeit des deutschen und europäischen Standorts sichern. Für ein gesundes Wachstum, das nicht auf Kosten von Menschen, sozialem Frieden und Umwelt geht.

Projekte und Initiativen:

  • Initiative ZukunftsWerte: Gemeinsam mit anderen Unternehmer*innen, Manager*innen, Politiker*innen, Wissenschaftler*innen und Vertreter*innen aus der Zivilgesellschaft möchten wir durch den Diskurs und Erfahrungsaustausch einen Weg skizzieren, wie eine werteorientierte Digitalisierung aussehen kann und wie wir die Chancen der Digitalisierung beherzt und verantwortungs­voll ergreifen können. Die Otto Group möchte mit der Initiative dazu beitragen, die Zukunftsfähigkeit und Werte des Wirtschaftsstandorts Deutschland und Europa gemeinsam zu stärken und vom Reden ins Handeln zu kommen.
  • Corporate Digital Responsibility (CDR) Initiative: Als Gründungsmitglied der 2018 ins Leben gerufenen Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, wollen wir die Chancen der Digitalisierung nutzen und sie verantwortungsvoll und werteorientiert gestalten. Ein gemeinsam entwickelter CDR-Kodex enthält handlungsleitende Prinzipien und Zielsetzungen, die sich sowohl an  Akteure aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft als auch an Verbraucher*innen richten.
  • Business Council for Democray: Die Otto Group ist Teilnehmerin dieses Netzwerks, einer Initiative der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung und des Institute for Strategic Dialogue. Ziel ist es, mit einem Netzwerkprogramm und Schulungen für Beschäftigte einen Beitrag zur Stärkung der Demokratie und ihrer Widerstandsfähigkeit zu leisten.