Die Otto Group ist Teil der Gesellschaft. Unser Handeln hat Auswirkungen auf unsere eigenen Mitarbeitenden, die Menschen in unseren Lieferketten, auf die Organisationen, mit denen wir kooperieren und nicht zuletzt auch auf unsere Kund*innen. Wir tragen deswegen auf vielen Ebenen Verantwortung, der wir als zuverlässiger Partner und als Förderer vielfältiger Initiativen gerecht werden. Durch unsere werteorientierte Haltung möchten wir die Zukunft unserer Gesellschaft positiv mitgestalten.
Wir setzen uns dafür ein, die Arbeitsbedingungen in unseren Lieferketten zu verbessern. Um unserer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht nachzukommen, fokussieren wir uns auf die wesentlichen Herausforderungen, indem wir relevante Themen und Stakeholder identifizieren.
Wissen, Ressourcen und das Erlernen bestimmter Fähigkeiten sind entscheidend, um Fortschritte zu erzielen und Verbesserungen herbeizuführen, die Menschenrechtsverletzungen verhindern und langfristig bessere Arbeitsbedingungen für die Menschen in unseren Lieferketten ermöglichen. Wir fördern Weiterbildungsmaßnahmen als Hebel für positive Veränderungen im Leben der Arbeiter*innen.
Die im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse identifizierten Fokusthemen „Kinderfreie Produktion“, „Frei gewählte Beschäftigung“, „Existenzsichernde Löhne“, „Angemessene Arbeitszeiten“ und „Sichere Arbeitsumgebung“ bergen ein hohes Risiko für Menschenrechtsverstöße für die Otto Group, während sie gleichzeitig ein großes Potenzial für Verbesserungen bieten.
Für alle Fokusthemen haben wir einen risikobasierten Ansatz verfolgt und drei Gruppen wichtiger Stakeholder identifiziert, die unmittelbar Einfluss auf Verbesserungen nehmen können und daher die Möglichkeit erhalten, an Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen: Unsere Geschäftspartner, mit denen wir die direkte Vertragsbeziehung haben; Arbeiter*innen in Endfertigungsfabriken, die in Ländern mit erhöhtem Risiko für Menschenrechtsverletzungen tätig sind; und das Management in Endfertigungsfabriken, dessen Handeln eine große Relevanz für die Arbeiter*innen hat.
Als international agierende Unternehmensgruppe sind wir verpflichtet, die Anforderungen im Bereich Menschenrechte zu erfüllen. Dies tun wir, indem wir geltende Gesetze und Vorschriften einhalten und unsere verbindlichen Anforderungen im Rahmen unserer eigenen Sustainability-Standards umsetzen.
Im Geschäftsjahr 2025/26 haben wir 9 Prozent unserer relevanten Stakeholder zum Thema „Angemessene Arbeitszeiten“ und 18 Prozent unserer relevanten Stakeholder zum Thema „Sichere Arbeitsumgebung“ geschult. Für die Themen „Kinderfreie Produktion“, „Frei gewählte Beschäftigung“ und „Existenzsichernde Löhne“ arbeiten wir derzeit daran, Trainingsansätze für Weiterbildungsmaßnahmen zu entwickeln.
Die Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten und interagieren, sollen sich sicher und fair behandelt fühlen. Das gilt für unsere eigenen Mitarbeitenden, für unsere Geschäftspartner, für die Beschäftigten entlang unserer Lieferketten, für unsere Dienstleister und natürlich auch für unsere Kund*innen. Der Mensch steht immer im Mittelpunkt unseres Handelns. In unserer Grundsatzerklärung für Menschenrechte haben wir unseren Anspruch auf Menschenrechte in unseren Unternehmen und der Wertschöpfungskette definiert. Sie bringt unsere Werte und unsere Haltung zum Ausdruck.
Wir wollen sichere Arbeitsbedingungen entlang unserer Lieferketten sowie für unsere eigenen Mitarbeitenden schaffen. Dazu gehört die Einhaltung sozialer Standards und der Vorgaben zu Umweltschutz und Arbeitssicherheit, die in einem Verhaltenskodex festgehalten werden. Die Otto Group bietet in den Lieferketten Weiterbildungsmaßnahmen und Workshops an, um Themen wie Angemessene Löhne, Arbeitssicherheit oder Kinderfreie Produktion weiter voranzubringen. Jedes Jahr berichten wir in unserem Geschäftsbericht über unsere Fortschritte und kontrollieren regelmäßig, ob unsere Maßnahmen greifen oder angepasst werden müssen.
Wir sind überzeugt, dass mit wirtschaftlichem Erfolg die Verantwortung einhergeht, anderen zu helfen, sie auf ihrem Weg zu unterstützen und die Gesellschaft insgesamt voranzubringen – ein Ansatz, den wir seit Jahrzehnten verfolgen.
Die Umweltstiftung Michael Otto beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit der Frage, wie zukunftsweisende Lösungen beim Natur- und Umweltschutz aussehen könnten und hilft bei deren Umsetzung. Die 2005 von Prof. Dr. Michael Otto gegründete Aid by Trade Foundation ist Trägerin der Standards ‚Cotton made in Africa‘ (CmiA) und ‚The Good Cashmere‘. Die Initiative CmiA setzt sich für kontrollierten Umweltschutz sowie bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen für Baumwollkleinbauern in Subsahara Afrika ein. ‚The Good Cashmere‘ fördert Kaschmirproduktion aus der Inneren Mongolei nach definierten Kriterien und berücksichtigt dabei Tierwohl, soziale Aspekte und ökologische Anforderungen. Im Jahr 2012 wurde auf Initiative von Prof. Dr. Michael Otto die Stiftung KlimaWirtschaft (ehemals Stiftung 2°) gegründet. Sie vereint namhafte Unternehmensführende, die sich für einen ambitionierten Klimaschutz einsetzen.
Außerdem engagiert sich die Otto Group für Jugendliche und Kinder. Das Hamburger Ausbildungs-Netzwerk HANZ wurde im Jahr 2000 von Prof. Dr. Michael Otto als Mitinitiator gegründet und ist ein Netzwerk aus zahlreichen Unternehmen, das sich seit über 20 Jahren dafür einsetzt, Chancengleichheit für benachteiligte Jugendliche herzustellen und ihnen durch Förderungs- und Vermittlungsangebote eine faire Chance auf eine solide Arbeit zu geben. Die Stiftung fungiert dabei als Schnittstelle zwischen Elternhaus, Schule und Beruf. Seit 2008 begeistern wir mit der Initiative The Young ClassX Kinder und Jugendliche für Musik, wobei bereits etwa 30.000 Schüler*innen erreicht wurden. Mit der Finlit Foundation sensibilisieren wir Kinder für den richtigen Umgang mit Geld und Finanzen.
Mit der im Mai 2024 gegründeten Michael Otto Foundation for Sustainability ergänzt Prof. Dr. Michael Otto sein vielfältiges, langjähriges gesellschaftliches Engagement um eine neue Stiftung. Sie wird sich im Schwerpunkt um den Erhalt der Artenvielfalt und um die weltweite Förderung von Demokratie und Menschenrechten kümmern.