Mitglied­schaf­ten und Allianzen

Mitgliedschaften und Allianzen
Große, globale Aufgaben kann man nur gemeinsam lösen. Etwa den weiteren Ausbau nachhaltiger Standards in den Lieferketten, die Stärkung demokratischer Strukturen oder einen verantwortlichen Umgang mit den Auswirkungen der digitalen Transformation. Mit diesen Herausforderungen beschäftigt sich die Otto Group schon lange. Doch letztlich lassen sie sich nur in der Allianz mit vielen Partnern umfassend angehen. Deswegen engagieren wir uns in einer Vielzahl von Initiativen und bringen unsere Erfahrung als Mitglied in diversen Organisationen ein.

acatech

Wir sind Teil des HR-Kreises der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften (acatech). Hier tauschen sich Personalexpert*innen aus Wirtschaft und Wissenschaft über die Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation aus und geben Impulse für eine breite gesellschaftliche Debatte zu diesem Thema. Vertreter*innen der Otto Group erörtern mit den anderen Mitgliedern des Kreises etwa, wie Bildung in den MINT-Fächern gestaltet sein sollte, damit junge Menschen technikmündig den digitalen Wandel mitgestalten können. Oder wie zeitgemäße Weiterbildungsmaßnahmen aussehen sollten, damit sie in sich schnell veränderten Arbeitsumfeldern greifen.

Internationaler Accord

Wir waren 2013 maßgeblich an der Ausgestaltung des „Gebäude- und Brandschutzabkommens für Textilfabriken in Bangladesch“ beteiligt. Das Abkommen wurde mit den Gewerkschaftsdachverbänden IndustriALL und UNI, der Clean Clothes Campaign (CCC), dem Workers Rights Consortium (WRC) und nationalen Gewerkschaften entwickelt. Es enthält Regelungen für unabhängige Inspektionen beteiligter Textilfabriken in Bangladesch und zeigt Wege auf, wie Arbeiter*innen sich über zu wenig Schutz an ihrem Arbeitsplatz beschweren können. 2021 haben sich internationale Unternehmen, darunter auch die Otto Group, und Gewerkschaften auf ein neues Abkommen (International Accord) für Arbeitssicherheit in der weltweiten Textil- und Bekleidungsindustrie und die Weiterführung der ergriffenen Maßnahmen geeinigt. Wir werden uns dafür einsetzen, dass das Abkommen so lange weitergeführt wird, bis es in Bangladesch zu einem verbindlichen Industriestandard im gesamten Bekleidungssektor wird.

NEWS UPDATE (31.05.2021)
Globale Gewerkschaften und internationale Marken haben einer dreimonatigen Verlängerung der Verpflichtungen des Transition Accord 2018 zugestimmt, um weitere Verhandlungen für eine gemeinsame Fortschreibung der Erfolge des Accord zu ermöglichen. Die Otto Group ist seit 2013 ununterbrochen im Bangladesh Accord aktiv und hat seitdem mit viel Einsatz und Engagement dazu beigetragen, dass in Zusammenarbeit mit internationalen Gewerkschaften wesentliche Verbesserungen in der Textilindustrie erreicht wurden. Als Mitglied im Steering Committee des RSC, der Nachfolgeorganisation des Accord-Abkommens, das formell Ende Mai 2021 ausläuft, wollen wir die bereits erreichten Erfolge fortführen. Die Otto Group setzt sich dafür ein, dass der RSC zum Industriestandard wird, um die Sicherheit der Arbeitnehmer*innen im gesamten Bekleidungssektor von Bangladesch jetzt und in Zukunft zu gewährleisten. Die Otto Group als Mitglied des Steering Committee des Accord, der Brands Association und des Executive Committee des RSC freut sich sehr über die erlangte Einigung zwischen Unternehmen und Gewerkschaften und begrüßt das gemeinsame weitere Vorgehen. Die Otto Group hat entsprechend am 31. Mai 2021 das Interimsabkommen mit den Internationalen Gewerkschaften IndustriALL Global Union und UNI Global Union unterzeichnet.

NEWS UPDATE (16.05.2019)
Die Otto Group setzt sich für eine Fortführung des Accords ein bis die Expertise und die Verantwortlichkeiten vollständig an nationale Stellen übergeben wurden und etabliert sind.

amfori BSCI

Wir gehören zu den Gründungsmitgliedern der „Business Social Compliance Initiative“, heute amfori BSCI. Seit 2004 ermöglicht sie langanhaltende Partnerschaften zwischen Textilhändlern und Produzenten. Gemeinsam sollen mithilfe unabhängiger Überprüfungen die Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette verbessert werden. Beispielsweise veranstaltete die Otto Group gemeinsam mit amfori 2017 ein Forum, um die Rechte geflüchteter Syrer*innen zu stärken, die bis dahin illegal in der türkischen Textilindustrie beschäftigt waren.

BC4D

Wir sind Teil des Business Council for Democracy (BC4D) Netzwerks, weil die Otto Group es als essenzielle Aufgabe empfindet, unsere Demokratie zu stärken und widerstandsfähig zu machen. BC4D bietet den Beschäftigten der beteiligten Unternehmen kostenlose Schulungen an. Dort lernen sie, wie sie mit Hassrede im Netz umgehen können und wie sie auf diese reagieren sollten, wie sie gezielte Desinformationen und Verschwörungsmythen entlarven und hinterfragen, wie sie dazu beitragen, dass das Netz als Raum der Vielfalt und Toleranz erhalten bleibt.

Charta der Vielfalt

Wir haben die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Damit verpflichtet sich die Otto Group, dass unsere Unternehmenskultur von gegenseitiger Wertschätzung geprägt ist. Wir wollen ein Arbeitsumfeld bieten, in dem der respektvolle Umgang miteinander gelebt wird und in dem Mitarbeitende ihren Platz finden und ihre Fähigkeiten einbringen können, unabhängig von Alter, ethnischer Herkunft und Nationalität, Geschlecht und geschlechtlicher Identität, körperlichen und geistigen Fähigkeiten, Religion und Weltanschauung, sexueller Orientierung und sozialer Herkunft.

Fashion for Good

Wir unterstützen die Initiative „Fashion for Good“. Sie verbindet über eine Innovations-Plattform Startups und Investoren, um die Modeindustrie fundamental zu verändern. Das Ziel ist es, Technologien und Geschäftsmodelle zu etablieren, die dabei helfen, die Textilwirtschaft nachhaltiger und klimaneutral zu machen. Aus diesem Engagement ist etwa die Zusammenarbeit von OTTO mit dem Startup Cadel Deinking hervorgegangen. Das spanische Unternehmen hat eine Technik entwickelt, die ein hochwertiges Verwerten von Kunststoffbeuteln ermöglicht.

Save the Children

Die Otto Group steht zu ihrer sozialen Verantwortung und möchte insbesondere Familien und Kinder unterstützen. Hierzu hat sie sich mit der internationalen Nichtregierungsorganisation Save the Children zusammengetan, um gemeinsam mit einem starken und erfahrenen Partner Projekte umzusetzen, die darauf abzielen, das Leben von Eltern, Familien und jungen Arbeitnehmer*innen in den Lieferketten nachhaltig zu verbessern und Fabriken dabei zu unterstützen, verantwortungsvolle und familienfreundliche Arbeitgeber zu werden. Weitere Informationen zum Projekt in China und der Türkei gibt es hier.

Textilbündnis

Wir sind seit 2015 Mitglied des „Bündnis für nachhaltige Textilien“. Die Otto Group hat die Initiative der Bundesregierung von Beginn an unterstützt und vertritt seit 2015 in deren Steuerungskreis die Interessen der Wirtschaft. Das Bündnis vernetzt Industrie, Handel, Nicht-Regierungsorganisationen und Politik, um über gemeinsame Standards die globale textile Lieferkette sozialer und ökologischer zu gestalten. Die Otto Group ist in den zwei Bündnisinitiativen “Living Wage Lab” (zu existenzsichernden Löhnen) und “Tamil Nadu” (Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie im gleichnamigen indischen Staat) aktiv. Auf der Website des lokalen Umsetzungspartners MSI-TN gibt es weitere Informationen zur Tamil Nadu Initiative sowie eine Übersicht der durchgeführten Trainings.

Seit 2017 veröffentlicht die Otto Group zudem jährlich eine Roadmap mit individuellen Zielsetzungen und Maßnahmen sowie seit 2018 Fortschrittsberichte mit Zielerreichungen. Alle Berichte wurden von externer und unabhängiger Seite geprüft und auf der Internetseite des Textilbündnisses sowie für die Jahre 2017 bis 2019 hier auf der Website (siehe unten) veröffentlicht. Die bisherigen Roadmaps und Fortschrittsberichte im PDF Format werden seit 2020 durch einen Review-Bericht auf dem Otto Group Profil auf der Website des Textilbündnisses ersetzt.

ZukunftsWerte

Wir haben 2020 die Initiative ZukunftsWerte ins Leben gerufen. Gemeinsam mit anderen Unternehmer*innen, Manager*innen, Politiker*innen, Wissenschaftler*innen und Vertreter*innen aus der Zivilgesellschaft möchten wir durch den Diskurs und Erfahrungsaustausch einen Weg skizzieren, wie ein werteorientiertes, unternehmerisches Handeln aussehen kann und wie die Chancen der Digitalisierung beherzt und verantwortungs­voll ergriffen und in neue zukunftsorientierte Prozesse zum Wohlergehen Aller übergeleitet werden können. Die Otto Group möchte mit der Initiative dazu beitragen, die Zukunftsfähigkeit und Werte des Wirtschaftsstandorts Deutschland und Europa gemeinsam zu stärken und vom Reden ins Handeln zu kommen .


Studie zu freiwilligen Nachhaltigkeits-Kooperationen

Wir haben im November 2020 zusammen mit dem Institut für Unternehmensführung und Organisation der Leibniz Universität Hannover eine Studie vorgelegt. Sie zeigt, welche Arten von Kooperationen in der Textilindustrie möglich sind, welche Strategien man verfolgen kann und welches Vorgehen zu einem erfolgreichen, sozial und ökologisch nachhaltigem Handeln führen. In die Studie flossen die Erfahrungen der Otto Group ein, die wir in den vergangenen 25 Jahren in verschiedenen Allianzen gemacht haben. Das Handbuch soll anderen Unternehmen helfen, sich auf dem weiten Feld von Kooperationen und gemeinsamen Initiativen zurecht zu finden.