Arbeitsbedingungen

Arbeitsbedingungen

Wir arbeiten stetig daran, die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in den Fabriken unserer Geschäftspartner sowie für unsere eigenen Mitarbeitenden zu verbessern, damit diese fair und sicher sind.

Als internationales Handelsunternehmen bezieht die Otto Group mehr als eine Million verschiedene Produkte aus über 70 Ländern und arbeitet mit einigen tausend Lieferanten zusammen, die die Aufträge wiederum bei verschiedenen Fabriken platzieren. Trotz komplexer und global verzweigter Lieferketten haben wir den Anspruch, entlang der gesamten Wertschöpfungskette Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen.


Kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen zusammen mit den Produzenten entlang unserer Lieferkette

Verhaltenskodex

Für die Einhaltung sozialer Standards und menschenwürdiger Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern haben wir bereits im Jahr 1996 unseren ersten eigenen Code of Conduct (Verhaltenskodex) für Lieferketten entwickelt. Im Jahr 2018 löste der Code of Conduct der Brancheninitiative amfori BSCI unseren Verhaltenskodex ab, womit wir zu mehr Einheitlichkeit in der Branche beigetragen haben.

Jeder unserer Lieferanten ist zudem verpflichtet, die „Supplier Declaration on Sustainability“ zu unterzeichnen. In diesem Dokument bündeln wir alle unsere Anforderungen an unsere Geschäftspartner für Handelswaren. Die Unterzeichnung des Dokuments ist die Grundvoraussetzung für alle Geschäftsbeziehungen für die über die Otto Group angebotenen Artikel.

Sozialprogramm

Um sozialverträgliche Arbeitsbedingungen in den Lieferketten zu gewährleisten, haben wir 1999 unser Sozialprogramm ins Leben gerufen und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Ziel des Programms ist es, Transparenz über die Arbeitsbedingungen in unseren Lieferketten herzustellen und unsere Geschäftspartner sowie deren Fabriken bei der Einhaltung von Menschenrechten zu unterstützen. 

Als Basisanforderung für die Zusammenarbeit mit der Otto Group gelten neben der Unterzeichnung und Einhaltung des Codes of Conduct und der Supplier Declaration on Sustainability erfolgreich durchlaufene Audits für alle Produzenten in Risikoländern (außer Fremdmarken). Demnach muss jeder für die Otto Group herstellende Endfertigungsproduzent eines der drei von der Otto Group anerkannten, gültigen Sozial Audits vorlegen: eine Zertifizierung nach dem internationalen Arbeitsstandard SA 8000, ein Audit von amfori BSCI oder eine Auditierung nach dem eigenen Otto Group Standard. 

Die Otto Group bezieht ihre Handelswaren nur von Fabriken, die eben diese Nachweise vorlegen können. Dadurch wird gewährleistet, dass die Arbeitsbedingungen in allen Fabriken durch akkreditierte Prüfungsgesellschaften kontrolliert und nötige Verbesserungen in Korrekturplänen festgehalten werden. Legt ein Lieferant die Fabrikstruktur nicht offen oder führt Fabrikbeziehungen ohne gültige Auditierung oder mit nicht behobenen Missständen fort, behält sich Otto Group vor, die Zusammenarbeit mit dem Lieferanten zu beenden.

Transparenz schaffen und Verbesserungen erreichen

Für bessere Arbeitsbedingungen müssen wir in einem ersten Schritt Transparenz über die Lieferkette schaffen. Daher sind Lieferanten verpflichtet, Fabriken offenzulegen, die für die Otto Group produzieren. Alle lieferantenbezogenen Daten werden dazu in der sogenannten Supply Chain Datenbank erfasst. In der Endfertigung kennen wir nahezu 100 Prozent der Produzenten. Unsere Informationen über soziale und ökologische Produktionsbedingungen, auch in der tieferen Lieferkette und in Nicht-Risikoländern, wollen wir fortlaufend ausbauen. Im Jahr 2021 konnten wir rund 3.000 uns bis dahin unbekannte Produzenten in der tieferen Lieferkette identifizieren und somit die Transparenz deutlich steigern.

Um messbare Verbesserungen der Produktionsbedingungen vor Ort zu erreichen, konzentrieren wir uns auf sechs soziale und vier ökologische Schwerpunktthemen:

  • Soziale Themen: Existenzsichernde Löhne, sichere Arbeitsumgebung, frei gewählte Beschäftigung, kinderarbeitsfreie Produktion, Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen, Angemessene Arbeitszeiten
  • Ökologische Themen: Klima und Energieeffizienz, Wassereffizienz, Ungefährliche Chemikalien, Ressourceneffizienz (Abfall)


Bei unserem Vorgehen stellen wir vor allem die Interessen unserer Produzenten in den Fokus. So wollen wir sicherstellen, dass die von uns formulierten Ziele nicht top-down weitergegeben werden, sondern Produzenten ein Interesse an der Verbesserung der ausgewählten ökologischen und sozialen Themen teilen. Alle Anforderungen sind mit messbaren Indikatoren hinterlegt, um Fortschritte sichtbar zu machen.

Als Händler bieten wir über unsere Plattformen auch Artikel und Waren von Fremdmarken an. Bei diesen Produkten liegt die Verantwortung für die Einhaltung der Sozial- und Umweltstandards bei den Herstellern selbst.

EMPact – Schulungen für Fabriken

Neben der Überprüfung von Produktionsstätten ist die Schulung von Lieferanten und Fabrik-Mitarbeitenden hin zu eigenverantwortlichem Handeln ein zentrales Element, um dauerhaft Verbesserungen in den Betrieben zu erreichen. Aus diesem Grund haben wir das Capacity Building Programm „EMPact“ entwickelt. Der Name verknüpft die Befähigung („Empowerment“) unserer Lieferanten mit dem sich daraus ableitenden Handeln („act“). Es umfasst Workshops, E-Learnings, Webinars, Hausaufgaben und Vor-Ort-Besuche. Es ermöglicht den Fabriken, in einem geschützten Rahmen ihre sozialen und ökologischen Produktionsbedingungen zu verbessern und bietet uns die Möglichkeit, noch mehr über die Herausforderungen vor Ort zu lernen.

Partnerschaften

Viele Herausforderungen wie niedrige Lohnniveaus, fehlende Versammlungsfreiheit, die Wahrung der Menschenrechte oder auch der Klimawandel können nicht von einzelnen Akteuren alleine bewältigt werden. Die gesellschaftliche Transformation zu mehr Nachhaltigkeit ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Aus diesem Grund setzt die Otto Group für nachhaltige und flächendeckende Verbesserungen auf Kooperationen und regelmäßigen Austausch mit relevanten Akteuren. 

Um die komplexen Aufgaben entlang unserer Lieferketten anzugehen, engagieren wir uns deshalb in unterschiedlichen Partnerschaften und Kooperationen, wie beispielsweise dem Bündnis für nachhaltige Textilien, der amfori Business Social Compliance Initiative (BSCI) oder dem International Accord for Health and Safety in the Textile and Garment Industry (Internationaler Accord). 

Wir sind überzeugt, dass wir durch die Bündelung von Kräften und Know-How eine möglichst große Reichweite und Wirksamkeit erzielen und dadurch zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Produktionsstätten beitragen.

Mitarbeitende, Dienstleister, Geschäftspartner

Auch für unsere eigenen Mitarbeitenden sowie die Beschäftigten unserer Geschäftspartner und Dienstleister - wie beispielsweise externe Reinigungsleistungen an eigenen Standorten - haben wir Sozialstandards in einem Verhaltenskodex festgelegt. Die Anforderungen beruhen im Wesentlichen auf international gültigen Standards wie der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der UN-Kinderrechtskonvention und anwendbaren Konventionen der ILO sowie der Gesetzgebung des jeweiligen Landes. In Deutschland, wie auch in allen anderen Ländern, achten wir auf die Einhaltung geltender Gesetze sowie auf die Befolgung vorhandener Tarifverträge.