20.03.20245min

Moore, die Superhelden im Kampf gegen die Klimakrise

Moore, die Superhelden im Kampf gegen die Klimakrise
Moore, die Superhelden im Kampf gegen die Klimakrise

Moore gibt es auf der ganzen Welt. Sie sind faszinierende Ökosysteme mit vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten und was vermutlich die Wenigsten wissen: Sie können immense Mengen Kohlenstoff speichern - vorausgesetzt, sie sind nass. Trockene Moore hingegen bewirken genau das Gegenteil: Sie setzen schädliche Treibhausgasemissionen frei.

Wie wichtig nasse Moore im Kampf gegen den Klimawandel sind und welche enormen Potenziale für die Umwelt und Wirtschaft in ihnen stecken, hat die Umweltstiftung Michael Otto gemeinsam mit der Michael Succow Stiftung, Partner im Greifswald Moor Centrum, schon früh erkannt. Sie haben die Initiative toMOORow ins Leben gerufen, die sich für die Wiedervernässung und nachhaltige Nutzung von Mooren einsetzt, und somit Ökologie mit Ökonomie verbindet.

„Die Wiederherstellung und nachhaltige Nutzung von Mooren ist von entscheidender Bedeutung für Klimaschutz und Wirtschaft. Deshalb unterstützen wir als Otto Group gemeinsam mit unseren Konzerngesellschaften OTTO, Bonprix, Hermes Germany, der Witt-Gruppe, Baur und Systain Consulting von Beginn an die Initiative toMOORow. Sie macht sich dafür stark, durch Wiedervernässung neue, naturnahe Moor-Lebensräume zu schaffen und so einen Beitrag zur Bekämpfung der Klimakrise zu leisten", sagt Prof. Dr. Tobias Wollermann, VP Corporate Responsibility der Otto Group.

Nasse Moore als Kohlenstoffspeicher

Moore sind wahre Superhelden im Kampf gegen die Klimakrise. Obwohl sie nur drei Prozent der globalen Landfläche bedecken, speichern sie doppelt so viel Kohlenstoff wie die Biomasse aller Wälder der Erde zusammen. In Deutschland erstrecken sich Moore über eine Fläche von etwa 1,8 bis 1,9 Millionen Hektar. Davon sind rund 95 Prozent entwässert, unter anderem für die landwirtschaftliche Nutzung. Diese entwässerten Moore verursachen etwa sieben Prozent der jährlichen Treibhausgasemissionen in Deutschland.

Ein gesundes Moor fungiert jedoch als effektiver Kohlenstoffspeicher. Im wassergesättigten Milieu werden abgestorbene Pflanzenreste unter Sauerstoffausschluss nicht vollständig zersetzt und es kommt zur Torfbildung. Auf diese Art wachsen lebendige Moore langsam in die Höhe, etwa einen Millimeter pro Jahr. Mit dem abgelagerten organischen Material wird auch der Kohlenstoff für Jahrtausende im Moor festgelegt. Bei der Entwässerung der Moore hingegen wird der gespeicherte Kohlenstoff wieder freigesetzt. Durch den Mangel an Wasser kommt der Torf mit Luft in Kontakt und es finden chemische Reaktionen statt. Der Kohlenstoff oxidiert und entweicht allmählich in Form von CO2 in die Atmosphäre. Dadurch sind entwässerte Moore derzeit eine bedeutende Quelle von Treibhausgasemissionen.

Nasse Moore als natürlicher Hochwasserschutz

Nasse Moore spielen auch eine wichtige Rolle im Wasserhaushalt der Natur. Sie wirken wie Schwämme, die in Zeiten starken Regenfalls Wasser aufnehmen und bei Trockenheit langsam wieder abgeben. So haben Untersuchungen gezeigt, dass intakte Moore bei Starkregen etwa 90 Prozent des Niederschlagswassers aufnehmen und es nach und nach wieder abgeben können. Ihre Wasserspeicherfähigkeit wird auf etwa das Fünffache im Vergleich zu Wiesen geschätzt, was sie zu effektiven natürlichen Hochwasserschutzgebieten macht, die Überschwemmungen abmildern oder sogar verhindern können und zur Regulierung des Grundwasserspiegels beitragen.

In Zeiten des Klimawandels, der zu häufigeren und intensiveren Wetterextremen wie etwa Starkniederschlägen führt, ist die Erhaltung und Wiederherstellung dieser natürlichen Ökosysteme daher von unschätzbarem Wert.

Grüne Schatzkammern als Wirtschaftskraft

Die Wiedervernässung von trockengelegten, landwirtschaftlich genutzten Mooren führt allerdings zu veränderten Bodenbedingungen. Die bisherige Bewirtschaftung in Form von entwässertem Grünland und Ackerbau ist dann nicht mehr möglich, was für Landwirt*innen den Verlust ihrer Einkommensquelle bedeutet.

Eine mögliche Lösung dafür ist die nachhaltige Bewirtschaftung nasser Moorflächen, auch bekannt als Paludikultur. Dabei wird Paludi-Biomasse als regionaler und nachwachsender Rohstoff auf den nassen Mooren gewonnen, der in verschiedenen Branchen wie der Papier-, Verpackungs-, Bau-, Dämmstoff- oder Holzwerkstoffindustrie Verwendung finden kann. Der Einsatz von Paludikultur eröffnet neue Perspektiven sowohl für landwirtschaftliche Betriebe als auch für die Wirtschaft, denn sie reduziert in der Industrie z.B. die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen, verringert Engpässe bei den ursprünglichen Rohstoffen und bietet eine klimafreundliche und nachwachsende Alternative.

Aktivierung von Marktkräften für nachhaltiges, klimafreundliches Wirtschaften

Die Initiative toMOORow verfolgt unter anderem das zentrale Ziel: die Aktivierung von Marktkräften und den Aufbau skalierbarer Wertschöpfungsketten. Konkret geht es darum, die wirtschaftlichen Potenziale von Paludikultur zu erschließen, indem die auf den nassen Mooren geerntete Biomasse in die industrielle Fertigung von Produkten unterschiedlicher Branchen eingeschleust wird. Durch die Nutzung der Dynamik von Angebot und Nachfrage sollen letztendlich positive Veränderungen für den Klima- und Artenschutz angestoßen werden.

„Damit Paludikultur die notwendigen Einkommenspotenziale für die Landwirtschaft liefert, ist die Aktivierung von Marktkräften unbedingt erforderlich“, erklärt Claudia Bühler, Vorständin der Umweltstiftung Michael Otto. „Dafür haben wir die Allianz der Pioniere aufgebaut – ein Verbund starker, innovativer Unternehmen, die sich engagieren, skalierbare Wertschöpfungsketten mit Paludi-Biomasse aufzubauen. Die Unternehmen aus den unterschiedlichen Wirtschaftssektoren werden Pilotprojekte mit Paludi-Biomasse durchführen, um dann über die branchenweite industrielle Skalierung den notwendigen Nachfrage-Sog für Paludi-Biomasse auszulösen. Ziel ist es, für die Landwirtschaft Einkommensquellen zu schaffen, wenn nach der Wiedervernässung die bisherige Bewirtschaftung in Form von entwässertem Grünland oder Ackerbau nicht mehr möglich ist und zugleich den Unternehmen wirtschaftliche Potenziale zu sichern. So kann wirkungsvoller Klima- und Artenschutz zusammen mit ökonomischen Interessen gelingen.“

Die Allianz der Pioniere wurde am 30. April 2024 bei einer Veranstaltung in Berlin unter Teilnahme des Bundeslandwirtschaftsministers Cem Özdemir, der Bundesumweltministerin Steffi Lemke sowie den beiden Initiatoren von toMOORow Prof. Dr. Michael Otto und Prof. em. Dr. Michael Succow offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt.

Siehe dazu die Pressemitteilung der Umweltstiftung der Michael Otto, die Pressemitteilung des BMUV sowie die Rede von Bundesumweltministerin Steffi Lemke.

Gemeinsam verantwortlich handeln – mit starken Partnern

Die Wiedervernässung der trockengelegten Moore ist zwingend erforderlich, um das Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens, die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen, zu erreichen. Das hat auch die Bundesregierung erkannt und 2022 mit der nationalen Moorschutzstrategie erste Schritte zur Moortransformation eingeleitet. Die Otto Group engagiert sich aktiv, um das Bewusstsein für die Bedeutung von Mooren zu stärken. Ein konkreter Beitrag dazu ist die Unterstützung der toMOORow Initiative für die Entwicklung nachhaltiger Lösungen, die sowohl dem Klima- und Artenschutz als auch der Wirtschaft zugutekommen. Denn Moore sind die Superhelden im Kampf gegen die Klimakrise. Ihr volles Potenzial zu heben, geht nur gemeinsam – mit starken Partnern aus Wirtschaft, Politik, Landwirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.


Die Otto Group braucht Deine Zustimmung (Klick auf „Ich stimme zu”) bei vereinzelten Datennutzungen, um Informationen auf Deinem Gerät zu speichern und/oder abzurufen (IP-Adresse, Nutzer-ID, Browser-Informationen, Geräte-Kennungen). Die Datennutzung erfolgt für Anzeigen- und Inhaltsmessungen sowie um Erkenntnisse über Zielgruppen zu gewinnen. Mehr Infos zur Einwilligung (inkl. Widerrufsmöglichkeit) und zu Einstellungsmöglichkeiten gibt’s jederzeit hier. Mit Klick auf den Button „Ablehnen“ kannst Du Deine Einwilligung jederzeit ablehnen.