Prof. Dr. Otto und Naturschützer Michael Succow starten Initiative toMOORow für Moor-Klimaschutz

07.08.2021 | Hamburg/Greifswald

Nasse Moore tragen erheblich zum Klimaschutz bei und erhalten einzigartige Pflanzen- und Tierarten. Gleichzeitig können sie umweltverträglich bewirtschaftet werden. Die vielfältigen Eigenschaften von Mooren für den Umwelt- und Naturschutz zu erhalten und zu nutzen, ist das Ziel einer neuen Initiative mit dem zukunftsweisenden Namen „toMOORow“. Das Vorhaben toMOORow zur Wiedervernässung von Mooren wurde von der Umweltstiftung Michael Otto und der Succow Stiftung, Partner im Greifswald Moor Centrum, ins Leben gerufen. So bringt toMOORow mit dem Unternehmer und Stifter Michael Otto und dem Natur- und Umweltschützer Michael Succow auch zwei langjährige Freunde und Weggefährten in einer gemeinsamen Initiative zusammen.

„Ohne die Wiedervernässung der Moore lässt sich die Klimakrise nicht bekämpfen! Sie ist eine Herkulesaufgabe, aber wir können sie bewältigen. In verschiedenen politischen Systemen habe ich mich unbeirrt für den Erhalt der Moore eingesetzt; dass uns jetzt ein großer Unternehmer und langjähriger Freund unterstützt, macht mich zuversichtlich!“, sagt Michael Succow.

Die Initiative toMOORow nutzt die Fähigkeit von nassen Mooren, Kohlenstoff dauerhaft zu speichern: Moore nehmen nur drei Prozent der Landfläche der Welt ein, enthalten aber in ihren Torfen – mit 500 Gigatonnen – zweimal mehr Kohlenstoff als die gesamte Biomasse aller Wälder der Erde. In intakten und wiedervernässten Mooren wird dieser Kohlenstoff im Torf festgehalten, in entwässerten Mooren hingegen freigesetzt. Trockengelegte Moore verursachen daher sehr hohe Emissionen: Mit jährlich zwei Gigatonnen CO2 sind sie für fast fünf Prozent der weltweit vom Menschen verursachten CO2-Emissionen verantwortlich. Gleichzeitig bieten intakte Moore einzigartige Lebensräume für Pflanzen- und Tierarten und tragen so zum Erhalt der Artenvielfalt bei.

„Wir können der Klimakrise nur begegnen und Moore schützen, wenn wir gemeinsam handeln. Wir wollen vorangehen und für die Gesellschaft, und vor allem für die Politik und die Wirtschaft aufzeigen, wie es gehen kann. Mit unserer Initiative toMOORow aktivieren wir Marktkräfte für den Umwelt- und Naturschutz und fordern zugleich geeignete Rahmenbedingungen ein, damit Unternehmen im Sinne der Bioökonomie und der Kreislaufwirtschaft den Moorschutz unterstützen können“, so Michael Otto.

toMOORow hat sich zum Ziel gesetzt, durch Wiedervernässung neue, naturnahe Moor-Lebensräume zu schaffen und ihre Klimawirkung zu fördern. Damit knüpft sie an das Pariser Klimaschutzabkommen an, aus dem sich die Klimaneutralität und weitgehende Vernässung aller entwässerten Moore bis spätestens zum Jahr 2050 ableitet. Um diese Ziele zu erreichen, müssen Umweltschutz, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik schnell und konkret kooperieren.

toMOORow wird Wiedervernässung und nachhaltige nasse Nutzung (Paludikultur) von Mooren zunächst beispielhaft in der Sernitzniederung (Brandenburg) umsetzen. Um Umwelt- und Naturschutz nachhaltig in der breiten Gesellschaft zu verankern, ist die Aktivierung von Marktkräften ein effektiver und notwendiger Hebel. Die Otto Group und ihre Konzerntöchter OTTO, Bonprix und Hermes unterstützen die Renaturierung von deutschen und europäischen Moorflächen langfristig, um konkrete Lösungen für den Klima- und Naturschutz aufzuzeigen. Mit toMOORow setzt die Otto Group ihre mehr als 30-jährige Reise im Klima- und Umweltschutz fort. Neben wirtschaftlichem Engagement braucht es (auch) geeignete umwelt- und wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen für Moorwiedervernässung. toMOORow setzt sich daher für Moorschutz in der Klima- und Landwirtschaftspolitik von Bund, Ländern und EU sowie für funktionierende ökonomische Anreizsysteme und klare politische Rahmenbedingungen ein.

Weitere Informationen zur Bedeutung von Mooren und warum sie die unterschätzten Klimaschützer sind, gibt es auf dem Otto Group Blog >>

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Medienkontakt

Nina Körner
Succow Stiftung
Tel.: 03834 83542 18
nina.koerner@succow-stiftung.de

 

 

Umweltstiftung Michael Otto

Die Umweltstiftung Michael Otto (UMO) verfolgt das Ziel, die natürlichen Lebensgrundlagen zu bewahren und nachfolgenden Generationen einen zukunftsfähigen Planeten zu erhalten. Die Stiftung ist davon überzeugt, dass dies nur durch Dialog und Kooperation gelingt. Deshalb konzentriert sich die UMO auf den Diskurs zwischen den gesellschaftlichen Akteuren, um einen wirkungsvollen Umwelt- und Naturschutz sowie eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen.

 

 

Succow Stiftung

Mit dem Preisgeld des 1997 an Michael Succow verliehenen „Alternativen Nobelpreises“ gründete der Naturschützer die Succow Stiftung. Sie ist seitdem national wie international zu Moor- und Klimaschutz, Schutzgebieten, nachhaltiger Landnutzung und Nachwuchsförderung tätig und setzt sich für Dialog und Wissensvermittlung ein. Im Nordosten Deutschlands hat die Succow Stiftung selbst mehr als zehn Flächen in ihrer Obhut, unter anderem die Sernitz-Niederung. Die Succow Stiftung ist gemeinsam mit der Universität Greifswald und DUENE e.V. Partner im Greifswald Moor Centrum (GMC), der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis in allen Moorfragen. Das Greifswald Moor Centrum koordiniert weltweite Moor-Datenbanken wie die Global Peatland Database und ist Gründungsmitglied der Global Peatlands Initiative.

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