Bevorzugte Materialien

Nachhaltige Materialien
Nachhaltige Materialien

Wir arbeiten daran, in den Produkten unserer Eigen- und Lizenzmarken immer mehr bevorzugte Materialien einzusetzen. Also solche, die gemessen an den Daten der Lebenszyklusanalyse, eine wesentlich geringere Umweltauswirkung aufweisen, oder wenn sie recycelt sind und dadurch den Ressourceneinsatz verringern.  Ein bevorzugtes Material erfüllt unsere Anforderungen an die Reduzierung von Umweltauswirkungen oder an Tierschutz auf der Ebene der Rohstoffproduktion im Vergleich zur konventionellen Alternative. Die Bewertung basiert auf Faktoren wie dem Potenzial zur globalen Erwärmung, Eutrophierung, Wasserknappheit, Ressourcenabbau, Chemikaliennutzung und Tierschutz.


Fasern

Im Bereich Textilien setzen wir auf sogenannte „Preferred Fibers“, also Fasern, die im Vergleich zu konventionellen Alternativen geringere negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. So sollen beispielsweise vermehrt Fasern aus kontrolliert biologischem Anbau, recycelte oder innovative Fasern eingesetzt werden und tierische Fasern, bei denen in besonderem Maße auf das Tierwohl geachtet wird. Zum Ende des Geschäftsjahres 2025/26 haben wir einen Anteil von 45 Prozent bevorzugten Fasern gemessen an der Gesamttonnage der Materialgruppe erreicht. Der Anteil bevorzugter Fasern im Bereich Mode und Heimtextilien liegt bei 66 Prozent.  

  • Baumwolle: Neben Polyester und Viskose, ist Baumwolle die am meisten eingesetzte Faser in den Textilsortimenten der Eigen- und Lizenzmarken. Wir arbeiten daran, bevorzugte Baumwolle einzusetzen. Dazu zählen wir Bio-Baumwolle, recycelte Baumwolle, Baumwolle aus der Initiative Cotton made in Africa (CmiA) und Baumwolle in Umstellung (CmiA).
  • Tierische Fasern und Materialien: Seit 1988 sind Pelze bedrohter oder nicht artgerecht gehaltener Tierarten, wie Nerze, Marder und Zobel bei der Otto Group verboten. 1991 wurden Echtpelze generell aus dem Angebot verbannt. Produkte, die aus der Lebendrupf- und der Stopfleberproduktion stammen, lehnen wir ebenso ab, wie den Einsatz von Mulesing-Praktiken. Wir haben uns als Ziel gesetzt, ab 2028 nur Daunen, Federn, Schaf-, Alpaka-, Lama- und Kaschmirwolle einzusetzen, die nach einem akzeptierten unabhängigen Recycling-, Bio- oder Tierschutzstandards zertifiziert wurde. Seit 2024 ist außerdem nur noch Leder als Nebenprodukt der Nahrungsmittelproduktion von bestimmten Tierarten zugelassen. Alle Anforderungen im Detail und unsere Grundsätze zum Tier- und Artenschutz sind in der Tierwohl-Policy, die Teil der Business Partner Declaration ist, festgehalten.

Holzmöbel

Im Bereich Holzmöbel setzen wir auf zertifiziertes Holz, wobei wir insbesondere den FSC®-Standard berücksichtigen. Zusätzlich akzeptieren wir bei Holzmöbeln seit 2023 weitere anerkannte Zertifikate wie das EU Ecolabel, den Blauen Engel oder das Nordic Swan Ecolabel. Zum Ende des Geschäftsjahres 2025/26 haben wir einen Anteil von 86 Prozent bevorzugtem Holz erreicht. Die Kennzahlen beziehen sich auf den Anteil an der Gesamttonnage der Materialgruppe.

Katalogpapier

Durch die fortschreitende Digitalisierung geht der Einsatz von Papier für Kataloge und Werbemittel seit Jahren zurück. Im Jahr 2025 entfielen 99 Prozent des in der Otto Group verwendeten Katalogpapiers auf Papiere mit FSC®-Zertifizierung oder EU Ecolabel. Somit setzen wir fast ausschließlich entsprechend zertifiziertes Katalogpapier ein.

Verpackungen

Wir arbeiten in der Otto Group stetig daran, das Volumen der Verpackungen zu optimieren und deren Recyclingfähigkeit zu erhöhen. Unsere Maßnahmen betreffen unsere selbst eingekauften Versandverpackungen (vor allem Kartons und Versandtaschen) und Füllmaterialien. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Einsatz von recyceltem Material, wobei jeweils ein Zertifikat für einen Mindestanteil von 80 Prozent vorliegen muss. Bei Kunststoffverpackungen muss dieser Recyclinganteil „post-consumer“ sein, also aus gebrauchtem, recyceltem Kunststoff stammen. 2025 wiesen 98 Prozent der Verpackungsmenge entsprechende Zertifikate für recyceltes Material auf. 

  • Kompostierbare Kunststoff-Alternative: In Zusammenarbeit mit dem Hamburger Start-up traceless entwickelt OTTO Versandtüten aus einem neuartigen Material auf Basis pflanzlicher Rohstoffe. Diese können laut Traceless innerhalb weniger Wochen vollständig biologisch abgebaut werden. Sie sollen perspektivisch als Alternative zu herkömmlichen Versandtaschen eingesetzt werden.
  • Versandverpackung aus dem Moor: Artikel, die sich beispielsweise aufgrund ihrer Größe oder ihres Gewichts nicht für Versandtüten eignen, werden in einem Karton versendet. Um diesen stetig zu verbessern, testet OTTO neue Materialien – wie Paludi-Biomasse. Diese besteht aus Pflanzen, die auf wiedervernässten Mooren wachsen. Werden Moore entwässert, geben sie den darin gebundenen Kohlenstoff ab und verursachen hohe Treibhausgasemissionen. Deshalb ist es wichtig, intakte Moore zu erhalten und trockene Moore wiederzuvernässen. Neben möglichen Effekten für den Klimaschutz können auf diese Weise neue, naturnahe Moor-Lebensräume gefördert werden. Damit aus der Paludi-Biomasse ein stabiles Verpackungsmaterial werden kann, wird es mit Papierfasern gemischt, die aus zertifizierter Waldwirtschaft und anderen kontrollierten Quellen kommen. OTTO ist seit dem Frühjahr 2024 Teil der Allianz der Pioniere – einem Zusammenschluss aus Unternehmen, die sich dem Klima- und Biodiversitätsschutz, der Nutzung nachwachsender, regionaler Rohstoffe und der Inwertsetzung von Paludi-Biomasse verpflichten. Diese Allianz wurde von der Initiative toMOORow ins Leben gerufen, die wiederum von der Umweltstiftung Michael Otto und der Michael Succow Stiftung, Partner im Greifswald Moor Zentrum, gegründet wurde.
  • Versandtüten aus „wildem Plastik": Im März 2021 ging OTTO eine Kooperation mit dem Hamburger Start-up Wildplastic® ein. „Wildes Plastik“ wird an Orten ohne eigene Recyclingstruktur – etwa in Indonesien oder Indien – gesammelt, sortiert, gereinigt und zu Granulat verarbeitet. Es dient unter anderem als Rohmaterial für die Versandtüten bei OTTO. Seit 2023 sind alle OTTO Versandtüten des Verkäufers OTTO aus Wildplastic®. Die Tüten tragen einen QR-Code, über den die Kund*innen die Herkunft des verwendeten Plastiks nachvollziehen können. Zudem startete Hermes Germany eine Kooperation mit Wildplastic® und stellt seinen Kund*innen mit der Hermes Retourentasche seit September 2023 eine Rücksendemöglichkeit für einzelne Teile einer Onlinebestellung bereit, sollte die ursprüngliche Verpackung kaputt, zu groß oder nicht mehr vorhanden sein. Die Tasche ist in den rund 17.500 Hermes PaketsShops kostenlos erhältlich.


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