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Hamburger Start-up eröffnet weltweit erste Produktionsanlage für naturbasierte Materialinnovationen

Hamburger Start-up eröffnet weltweit erste Produktionsanlage für naturbasierte Materialinnovationen
Hamburger Start-up eröffnet weltweit erste Produktionsanlage für naturbasierte Materialinnovationen

Am 13. Mai 2026 hat das Hamburger Start-up Traceless in Hamburg-Harburg die weltweit erste Produktionsanlage für natürlichen Plastikersatz eröffnet. In der Anlage werden pflanzliche Reststoffe aus der Agrarindustrie zu thermoplastischen Naturpolymeren verarbeitet, die in unterschiedlichen Anwendungen als Alternative zu konventionellen Kunststoffen eingesetzt werden können. Mit der Inbetriebnahme der Anlage erreicht Traceless einen wichtigen Schritt bei der Skalierung seiner Materialtechnologie.

Unterstützt wurde das Projekt vom Bundesumweltministerium mit rund fünf Millionen Euro. Zur feierlichen Eröffnung kamen neben Bundesumweltminister Carsten Schneider auch Vertreter*innen der Otto Group und von OTTO, die Traceless seit Jahren als strategische Partner begleiten.

Meilenstein für natürlichen Plastikersatz

Nach Angaben von traceless basiert das Material auf Naturpolymeren, die aus pflanzlichen Reststoffen gewonnen werden. Die Granulate sind biobasiert, heimkompostierbar und können mit industriellen Standardtechnologien weiterverarbeitet werden. Einsatzmöglichkeiten sieht das Unternehmen unter anderem bei Verpackungen, Beschichtungen, Klebstoffen und weiteren Anwendungen, bei denen heute Kunststoffe verwendet werden.

Perspektivisch soll das Material auch im Versandhandel zum Einsatz kommen. Im Rahmen eines Pilotprojekts werden derzeit mögliche Anwendungen für Versandtüten von OTTO und der Otto Group untersucht.

Die Eröffnung unserer Demonstrationsanlage bedeutet, dass unser innovatives Verfahren, in dem wir aus Reststoffen der Agrarindustrie einen natürlichen Plastikersatz herstellen, zum ersten Mal großtechnisch angewandt wird.

Dr. Anne Lamp, CEO und Mitbegründerin von Traceless

Die Eröffnung hat gezeigt, welche Relevanz solche Innovationen inzwischen haben: Neben Bundesumweltminister Carsten Schneider waren auch Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank, Dr. Michael Otto (Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats der Otto Group) und Dr. Boris Ewenstein (CEO von OTTO) vor Ort – ein starkes Signal für die Zukunft nachhaltiger Technologien.

Otto Group entwickelt Verpackungslösungen weiter

Die Otto Group arbeitet seit vielen Jahren an der Weiterentwicklung ihrer Verpackungslösungen. Dazu gehören unter anderem der Einsatz von Materialien mit Recyclinganteilen, die Optimierung von Verpackungsgrößen sowie die Erprobung neuer Materiallösungen gemeinsam mit Partnern.

Eigene Versandtaschen bestehen heute zu mindestens 80 Prozent aus recyceltem Kunststoff, Versandkartons sind FSC-zertifiziert und enthalten ebenfalls mindestens 80 Prozent Recyclingmaterial. Digitale Berechnungsmodelle unterstützen zudem die Optimierung von Verpackungsgrößen und Transportkapazitäten.

Schon heute bestehen nahezu alle Versandverpackungen in der Otto Group aus Materialien mit einem Anteil von mindestens 80 Prozent Recyclingmaterial.

Innovationen wie Traceless zeigen, dass Verantwortung und Wirtschaftlichkeit zusammen funktionieren. Wir sehen hier die Skalierung einer wirklich zukunftsfähigen Innovation, was mich zuversichtlich für kommende Generationen stimmt.

Prof. Dr. Michael Otto, Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats der Otto Group

OTTO als Impulsgeber im Konzern

Innerhalb der Otto Group übernimmt die Konzerngesellschaft OTTO eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und Implementierung neuer Verpackungslösungen. Bereits heute setzt das Unternehmen für seine Versandtaschen auf recyceltes Plastik, das in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Start-up Wildplastic aus in der Umwelt gesammeltem Plastik gewonnen wird. 

Auch bei seinen Kartons geht OTTO neue Wege: der Paludi-Versandkarton mit einem Anteil an Paludi-Biomasse. Dabei handelt es sich um Seggen, die auf wiedervernässten Moorflächen wachsen und geerntet werden können. Die Pflanzen werden mechanisch verarbeitet, zu Pellets aufbereitet und anschließend in der Papierherstellung eingesetzt. Aktuell bestehen die eingesetzten Paludi-Kartons je nach Kartongröße aus 10% Paludi-Biomasse, 90% bzw. 75% Recyclingpapier und beinhalten bei größeren Kartongrößen bis zu 15% Frischfaserpapier. Das Ziel ist, dass bis Ende 2027 alle OTTO-Versandkartons des Verkäufers OTTO einen Anteil von mindestens 10% Paludi-Pflanzen enthalten.

Die Partnerschaft mit Traceless ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu neuen Verpackungslösungen. Im Rahmen eines Pilotprojekts entwickelt OTTO derzeit eine Alternative zu den aktuellen Versandtüten und Polybeuteln. Das traceless Material besteht aus natürlichen Polymeren und ist komplett biologisch abbaubar und heimkompostierbar, da es sich unter den richtigen Bedingungen nach wenigen Wochen komplett zersetzt. Anders als bei herkömmlichen Plastiktüten wird für Traceless kein Plastik eingesetzt, sondern pflanzliche Reststoffe aus der Agrarindustrie, z. B. aus Brauereien oder aus der Stärkeproduktion. OTTO und die Otto Group wollen als strategische Partner maßgeblich zur Skalierung dieser Lösung beitragen.

Unser Anspruch als Otto Group ist es, neue Lösungen in die Breite zu tragen. Die Kooperation zwischen OTTO und Traceless ist ein wundervolles Beispiel dafür.

Prof. Dr. Tobias Wollermann, Vice President Corporate Responsibility der Otto Group

Gemeinsam Zukunft gestalten

Die neue Produktionsanlage von Traceless zeigt, wie neue Materialtechnologien den Schritt von der Entwicklung in den industriellen Maßstab vollziehen können. Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Wissenschaft und Politik kann dazu beitragen, Erfahrungen mit neuen Materialien zu sammeln und deren Einsatzmöglichkeiten weiterzuentwickeln. Die Otto Group will diesen Prozess auch künftig gemeinsam mit Partnern begleiten und die Erprobung neuer Materiallösungen unterstützen.

© Fotocredit: Jonas Walter; Otto Group


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