Zukunft kann nicht allein gestaltet werden. Die Otto Group setzt daher zielgerichtet auf weltweite Partnerschaften und Allianzen. Eine wichtige Säule ist dabei das Corporate Venturing – die strategische Zusammenarbeit mit Startups und Risikokapitalgebern. Die tiefe Verankerung im Startup-Ökosystem und über 300 Beteiligungen und Kooperationen ermöglichen dem Handelsunternehmen frühen Zugang zu neuesten Technologien und einen konstanten Know-how-Transfer.
Die Otto Group ist seit rund 20 Jahren ein starker Partner im Startup-Ökosystem und investiert in die Venture-Capital-Unternehmen Project A, einem führenden operativen Fonds für europäische Startups, die Purpose- und Impact-orientierten VCs Revent und Norrsken sowie den Frühphaseninvestor Headline.
Bereits seit 2008 ist die Otto Group Ankerinvestor von Headline (ehemals e-ventures). Headline investiert weltweit in Frühphasen-Startups – in Asien, Europa, Nordamerika und Brasilien. Diese internationale Ausrichtung gibt dem VC tiefe Einblicke in aktuelle Entwicklungen am Markt. Gleichzeitig kennt Headline die Geschäftsmodelle und Anforderungen der Otto Group durch die langjährige Zusammenarbeit sehr gut:
Corporate Venturing ist nicht nur finanziell interessant: Die Zusammenarbeit mit VCs hilft der Otto Group dabei, frische Impulse von außen zu erhalten – in Anbetracht der aktuellen technologischen Entwicklungsgeschwindigkeit essenziell. Katy Roewer, Konzern-Vorständin für Finanzen, Controlling und Personal der Otto Group ist von dem Mehrwert für die Otto Group überzeugt: „Die Investition in Headline ist auch deshalb sehr wichtig, da sie uns frühen Zugang zu neuen Technologien, Innovationen und talentierten Entrepreneuren verschafft. So können wir Kontakte zu Startups knüpfen und neue Entwicklungen aus San Francisco beobachten, die später auch nach Europa kommen.“

Im Juni kamen beide Welten beim jährlichen Board-Meeting von Headline in San Francisco, Kalifornien, zusammen: Die Vorständ*innen und Expert*innen der Otto Group hatten die Gelegenheit, zehn neue Startups aus Headlines Netzwerk kennenzulernen, die innovative Lösungen für vielfältige Herausforderungen im Handel entwickeln – von KI-basierten ERP-Systemen über IT-Automatisierungen bis hin zu Supply-Chain-Lösungen mit AI. Dass bei den Startups oft KI-basierte Lösungen im Fokus stehen, ist mit Blick auf die technologischen Entwicklungen im Handel kein Zufall, wie Christian Leybold, langjähriger Weggefährte und Managing Partner bei Headline, betont:
Auch wenn sowohl Startups als auch Konzern von einer Zusammenarbeit profitieren, sind doch einige Hürden auf dem Weg zu meistern. Das Zusammenbringen innovativer Lösungen der Startups mit den komplexen Anforderungen im Konzern benötigt Expertise und gezieltes Management, um wirklich erfolgreich zu sein.
Diese Verbindung zwischen den Bedürfnissen der Otto Group und dem vielfältigen Startup-Portfolio von Headline und anderen VCs stellt OTTO DOCK 6 her. Die interne Venture-Client-Unit ist die zentrale Schnittstelle für die Zusammenarbeit von Konzerngesellschaften der Otto Group mit Startups und stellt sicher, dass externe Innovationen dort ankommen, wo sie den größten Mehrwert im Konzern schaffen können. Das Team von OTTO DOCK 6 analysiert konkrete Problemfelder und strategische Fokusbereiche innerhalb der Otto Group. Darauf basierend identifizieren die Expert*innen passende Startups, um gemeinsam skalierbare Lösungen zu entwickeln und zu implementieren – im Geschäftsjahr 2025/26 wurden 84 Problemstellungen analysiert und 18 Pilot-Projekte von Prozessautomatisierung über Verbesserung des Kundenerlebnis entlang der Customer Journey bis hin zu Projekten in Logistik und Nachhaltigkeit umgesetzt.
Ein Schlüssel zum Erfolg: Hinter jeder potenziellen Zusammenarbeit muss eine konkrete Problemstellung mit strategischer Relevanz stehen und die Lösung einen Mehrwert für die Organisation liefern. Nur so wird die Wirkung der Partnerschaft maximiert.
Wie gut dieser Corporate-Venturing-Ansatz in der Praxis funktioniert, zeigt eine konkrete Erfolgsgeschichte, die durch OTTO DOCK 6 angebahnt wurde: Die Zusammenarbeit mit dem Wiener Start-up Rankscale, einem Startup aus Wien, ist ein Beispiel für die schnelle Integration innovativer Lösungen. Angesichts der wachsenden Nutzung generativer KI-Chatbots für die Produktsuche unterstützte OTTO DOCK 6 die Implementierung von Rankscales KI-Plattform bei OTTO. Diese analysiert die Markensichtbarkeit in GenAI-Tools und hilft, die Platzierung von Produkten zu optimieren. Die erfolgreiche Testphase bei OTTO unterstreicht das Potenzial der Lösung, die bereits für weitere Konzerngesellschaften geprüft wird.
Die Kooperation mit Rankscale ist beispielhaft für das weitreichende Corporate-Venturing-Engagement der Otto Group und den starken Fokus auf neue Technologien wie KI entlang der Wertschöpfungskette. Denn das Unternehmen hat ein klares Ziel: Es will nicht nur auf aktuelle Entwicklungen reagieren, sondern die Zukunft des Handels aktiv mitgestalten und den Wirtschaftsstandort Europa stärken. Starke Partnerschaften, ein klares AI-first Mindset, engagierte Mitarbeitende, mittelfristige Investitionen von 350 Millionen Euro in Tech und KI sowie eine breit aufgestellte Corporate-Venturing-Strategie sind das Fundament dafür.