Intelligente Roboterkoordination
mit Physical AI

Was wäre, wenn ein Lager selbst denkt – Engpässe erkennt, bevor sie entstehen, und Roboter umleitet, bevor sich ein Stau bildet? Die Otto Group wird genau das möglich machen: mit Physical AI und dem „Robotic Coordination Layer", einer Eigenentwicklung, die alle Roboterflotten des Konzerns erstmals intelligent vernetzt und in Echtzeit steuert. Eines der ambitioniertesten Automatisierungsprojekte im europäischen Handel nimmt Fahrt auf.
Für die Umsetzung bündelt die Otto Group gezielt Kompetenzen, die in dieser Kombination in Europa einzigartig sind: Nvidia, das weltweit führende Unternehmen für beschleunigtes Computing, liefert die KI-Infrastruktur und Simulationsumgebungen. Reply, IT-Spezialist und globaler Nvidia-Servicepartner, entwickelte den digitalen Zwilling, eine exakte virtuelle Repräsentation der Logistikzentren.
Das Supply Chain Management der Otto Group verantwortet die strategische Perspektive für diese Lieferketteninnovation. Der Lager- und Retourenlogistiker Hermes Fulfilment steuert operative Expertise bei. Otto Group One.O, der konzerneigene Consulting- und Tech-Partner, entwickelt die Softwareschicht des Robotic Coordination Layers und verantwortet dessen Governance. Das geistige Eigentum bleibt vollständig bei der Otto Group.

Mit modernster Technologie schaffen wir eine neue, zentrale Logistikinfrastruktur. Das stärkt die Zukunftsfähigkeit der Otto Group.
„Die Logistik der Zukunft entscheidet sich nicht daran, wer die modernste Technologie auswählt. Sondern daran, wer sie am tiefsten in sein Geschäftsmodell integriert und daraus echte Wettbewerbsvorteile schafft. Genau das tun wir: Wir kombinieren die leistungsfähigsten Technologien mit jahrzehntelanger Handels- und Logistikexpertise – und entwickeln daraus eine Lösung, die vollständig uns gehört. Das ist kein Effizienzprojekt. Das ist eine zentrale Infrastruktur für die Zukunftsfähigkeit der Otto Group", sagt Kay Schiebur, Konzern-Vorstand Services der Otto Group.

Den Anfang macht der Pilotstandort in Löhne, Nordrhein-Westfalen. Dort wurde das Großstück-Logistikzentrum der Hermes Fulfilment mit zehn Hallen und insgesamt 100.000 Quadratmetern in weniger als einer Woche vollständig digital erfasst. Das Ziel: ein digitaler Zwilling in Nvidia Omniverse, der in Echtzeit die Bewegungen aller Roboter abbildet und physikbasierte Simulationen ermöglicht.
Darin sollen Layouts virtuell optimiert werden können, bevor Änderungen im realen Lager vorgenommen werden. Engpässe werden so sichtbar, bevor sie entstehen. Verschiedene Szenarien – etwa für das Weihnachtsgeschäft – werden vorab berechnet, um Mitarbeitende und Roboter optimal einzusetzen.

Die langfristige Vision ist das selbststeuernde, denkende Logistikzentrum unter menschlicher Aufsicht. Künstliche Intelligenz übernimmt die datenbasierte Koordination der Materialflüsse, Mitarbeitende beaufsichtigen sie. Menschen werden durch Roboter von körperlich anstrengenden oder repetitiven Aufgaben entlastet, um anspruchsvollere Rollen zu übernehmen.
Technologisch soll das durch das „Intra Logistic Artificial Brain" (iLAB) möglich werden, eine KI-Schicht, die wiederum auf dem Robotic Coordination Layer aufsetzt.
„Das iLAB ist das Gehirn hinter der Vision: eine KI-Schicht, die nicht nur koordiniert, sondern antizipiert; die Abläufe nicht verwaltet, sondern kontinuierlich optimiert. Was wir damit ermöglichen, ist ein Quantensprung in der Intralogistik: ein Lager, das denkt – und dabei den Menschen in den Mittelpunkt stellt", sagt Dr. Stefan Borsutzky, Co-CEO von Otto Group One.O.
Das Projekt ist Teil der 2025 angekündigten mittelfristigen Investitionen von 350 Millionen Euro in IT, Technologie und Künstliche Intelligenz. Ein klares Signal: Physical AI ist für die Otto Group keine Zukunftsvision mehr, sondern genießt strategische Priorität – und ist der Beginn eines neuen Branchenstandards im europäischen Handel.