Zahlungsmoral 2018: Experten bestätigen positiven Trend für Europa

24.09.2018 | Hamburg

Europa ist in Kauflaune. Der GfK-Konsumklimaindex für die EU-28-Staaten erreichte im Juni mit 23,2 Punkten seinen höchsten Stand seit dem Beginn der Finanzkrise im Jahr 2007. Der Sparwille nimmt ab, Europäerinnen und Europäer geben mehr Geld für den Konsum aus. Zudem dürften Unternehmen dank der höheren Liquidität auch von einer besseren Zahlungsmoral profitieren.

Zu diesem Ergebnis kommt auch die repräsentative EOS Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten“ 2018, die in diesem Jahr zum elften Mal zusammen mit dem Marktforschungsinstitut Kantar TNS (ehemals TNS Infratest) durchgeführt wurde. Die Zahlungsbereitschaft ver-besserte sich im Vergleich zum Vorjahr leicht um einen Prozentpunkt (2017: 78 Prozent, 2018: 79 Prozent) und bestätigt damit einen 5-Jahres-Trend: Waren es 2014 noch 75 Prozent, erfolgen 2018 bereits 79 Prozent der Zahlungen termingerecht. Dabei zahlen Privatkundinnen und Privatkunden schneller als Ge-schäftskundinnen und Geschäftskunden, da diese zum Beispiel oft Lieferantenkredite ausnutzen. Die Zahlungsziele wurden das zweite Jahr in Folge leicht gekürzt und liegen nun bei 34 Tagen. Trotz optimistischer Ergebnisse bleibt ein gewisser Beigeschmack. 18 Prozent der Rechnungen in Europa werden immer noch zu spät beglichen und 3 Prozent aller offenen Forderungen fallen sogar komplett aus.

Von null an die Spitze: Dänemark
Ein Blick in die einzelnen europäischen Staaten zeigt jedoch Unterschiede. So weisen Privat- oder Geschäftskundinnen und -kunden die höchste Zahlungsmoral in Form von pünktlich bezahlten Rechnungen in Dänemark (85 Prozent) sowie in Deutschland, der Schweiz und Spanien (je 82 Prozent) auf. Die niedrigste Anzahl fristgerechter Zahlungen findet sich in der Slowakei (73 Prozent), Griechenland (74 Prozent) und Rumänien (74 Prozent). Großbritannien reiht sich mit einer Quote von 75 Prozent termingerechter Zahlungen in die Reihe der Länder mit geringer Zahlungsmoral ein. „Der bevorstehende Brexit schürt in vielerlei Hinsicht Unsicherheit. Die schlechte Zahlungsmoral der Briten macht deutlich, wie die derzeitige politische Situation die Wirtschaft ausbremst“, so Klaus Engberding, Vorsitzender der Geschäftsführung der EOS Gruppe. Zum ersten Mal dabei und gleich Topwerte: Dänemark ist das Studien-Vorzeigeland mit der besten Zahlungsmoral. Die geringe Quote von Zahlungsverzug und -ausfall (15 Prozent) steht vermutlich in engem Zusammenhang mit den kürzesten Zahlungszielen (11 Tage für Privatkundinnen und -kunden, 27 Tage für Geschäftskundinnen und -kunden). Wo Licht ist, ist auch Schatten: Kommt es zu einem Zahlungsverzug, lassen sich dänische Kunden mit 23 Tagen nach Slowenien (30 Tage) und Griechenland (24 Tage) am längsten Zeit, ihre überfälligen Rechnungen zu begleichen. Doch weiterhin sind osteuropäische Unternehmen stärker als westeuropäische von der Problematik Zahlungsverzug betroffen.

Deutsche Unternehmen setzen ihrer Kundschaft kurze Zahlungsziele. Mit 18 Tagen für Privatkundinnen und -kunden und 25 Tagen für Geschäftskundinnen und -kunden liegen die Zahlungsziele weiterhin deutlich unterhalb des westeuro-päischen Durchschnitts (22 Tage bzw. 35 Tage). Gleichzeitig zeigen die Bundesbürgerinnen und -bürger, dass Pünktlichkeit eine deutsche Tugend ist: In beiden Kundengruppen werden 82 Prozent aller Forderungen innerhalb der gesetzten Zahlungsfrist beglichen, der aktuelle Forderungsausfall liegt insgesamt bei zwei Prozent. Kommt es allerdings zu Verzögerungen im Zahlungsfluss (16 Prozent), müssen Unternehmerinnen und Unternehmer mit 22 Tagen länger auf ihr Geld warten als im westeuropäischen Durchschnitt üblich.

Zahlungsverzug bleibt problematisch
Trotz aller positiven Nachrichten ist der Zahlungsverzug immer noch Unternehmensalltag. Europäische Unternehmen sind bei jeder fünften Rechnung von Zahlungsverzug betroffen. Während bei den Geschäftskundinnen und Geschäftskunden das Niveau zum Vorjahr in etwa gleichgeblieben ist, ist es bei Privatkundinnen und Privatkunden gesunken. Die Gründe für den Zahlungsverzug sehen die Befragten vorrangig in Liquiditätsengpässen (Privatkundinnen und Privatkunden) beziehungsweise Zahlungsausfällen eigener Kunden (Geschäftskundinnen und Geschäftskunden). Neben rein monetären Gründen machen Unternehmen im Geschäftskundinnen und -kundenbereich auch organisatorische Ursachen wie technische Probleme, Formalien bei der Rechnungstellung oder menschliche Fehler aus.

Ausblick insgesamt positiv
Europäische Unternehmen blicken tendenziell etwas positiver in die Zukunft als im vergangenen Jahr und bleiben verhalten optimistisch was den Zahlungsverzug betrifft. Länderübergreifend sehen weniger Unternehmen als im Vorjahr, dass sich das Zahlungsverhalten zukünftig verschlechtern könnte (13 Prozent). Mit einer tatsächlichen Verbesserung des Zahlungsverhaltens rechnet aber nur jede vierte Firma (24 Prozent). Lediglich in Deutschland überwiegt der Anteil derer, die von einer zukünftigen Verschlechterung der Zahlungsmoral ausgehen (18 Prozent). Optimistischer ist man dagegen in Russland und Slowenien, wo Unternehmen kaum Anlass für eine zukünftige Verschlechterung sehen (5 Prozent bzw. 3 Prozent). Ebenso in Belgien, hier bewerten gerade mal 9 Prozent der Expertinnen und Experten die Zukunft der Zahlungsmoral pessimistisch.



Zur EOS Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten“ 2018
Gemeinsam mit dem unabhängigen Marktforschungsinstitut Kantar TNS (ehemals TNS Infratest) befragte EOS via Telefoninterview im Frühjahr 2018 3.400 Unternehmen in 17 europäischen Ländern zu den dortigen Zahlungsgewohnheiten. Jeweils 200 Unternehmen mit mehr als 5 Mio. Euro Jahresumsatz in Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Spanien, Frankreich, Belgien, Schweiz, Rumänien, Tschechien, Kroatien, Ungarn, Bulgarien, Slowakei, Slowenien, Polen, Russland und Griechenland beantworteten Fragen rund um die eigenen Zahlungserfahrungen, die wirtschaftliche Entwicklung des Landes sowie zu den Themenkreisen Risiko- und Forderungsmanagement. Die Studie wird bereits zum elften Mal in Folge durchgeführt. Weitere Ergebnisse der Studie unter: https://de.eos-solutions.com/studien

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Über die EOS Gruppe

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