Women in Tech:
Warum die Digitalisierung Frauen braucht

Noch immer ist die Frauenquote in Tech-Berufen gering. Dabei gilt eine heterogene Teamzusammensetzung nachweislich als Erfolgsfaktor – ein Thema, dem sich auch die Otto Group immer mehr zuwendet. Denn nicht zuletzt sollten Digitalisierung und Diversity Hand in Hand gehen.

 
 
Petra Scharner-Wolff

Frauen und Tech: Eine Geschichte voller Missverständnisse?

Historisch betrachtet haben Frauen schon früh einen festen Platz in der Tech-Welt gehabt bzw. bedeutende Grundlagenarbeit geleistet: Darunter Ada Lovelace (1815-1852), Mathematikerin mit Wurzeln im Adel und Vordenkerin im Bereich der Programmiersprache, sowie Grace Hopper (1906-1992), die unter anderem den ersten Compiler entwickelte sowie den Begriff „Bug“ für Software-Fehler prägte. Die Liste weiblicher Tech-Pioniere lässt sich durchaus noch fortsetzen. Umso drängender die Frage, warum heutzutage die weibliche Handschrift in der Tech-Welt so unscheinbar ist, mitunter komplett fehlt. Tatsächlich spielen Frauen in diese Domäne eine eher untergeordnete Rolle. Dafür reicht nur ein Blick ins Silicon Valley, dem Epizentrum der Digitalisierung:

Tech world is still a man's world

Ein globales Problem? Mitnichten! Tatsächlich ergibt sich ein ambivalentes Bild, wenn man die Frauenquote in der IT-Branche regional betrachtet: Eine 2018 erschienene Studie der Jobplattform Honeypot zeigt, dass der Frauenanteil in der IT-Branche von Land zu Land mitunter stark schwankt. So sind in Bulgarien mit 30,3 Prozent beinahe doppelt so viele Frauen in der IT beschäftigt als es in Deutschland mit 16,6 Prozent der Fall ist. Dies bleibt nicht ohne Folgen beim Gender Pay Gap: Das geschlechtsspezifische Lohngefälle in der IT-Branche beträgt der o.g. Studie zufolge in Deutschland 25 Prozent. Dies stellt den schlechtesten Wert in Westeuropa dar und ist doppelt so hoch wie in Belgien und Frankreich, wo die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen 11,8  Prozent beträgt. 

Wo liegen die Ursachen für diese Entwicklung?

Eine Studie der EU-Kommission macht als hauptsächliche Ursache für die zunehmende geschlechtliche Ungleichbehandlung vor allem sich hartnäckig haltende, starke unbewusste Vorurteile über die Geschlechterrollen und den Einsatz von Technik aus. Des Weiteren spielt auch die Familienplanung keine ganz unwesentliche Rolle: So offenbart die Erhebung der EU-Kommission, dass 8,7 Prozent der Frauen vor allem im Alter zwischen 30 und 44 aus IT-Berufen wieder aussteigen. Das ist die typische Phase, in der Europäer Kinder bekommen. Zum Vergleich: Bei den Männern liegt die Ausstiegsquote bei 1,2 Prozent.

Digitalisierung braucht weibliche Ideen

Unternehmen und Gesellschaft haben dabei ein deutliches Interesse daran, die Frauenquote in Tech-Berufen zu erhöhen. Unternehmen suchen schon heute händeringend Expertinnen, zudem gilt eine heterogene Teamzusammensetzung als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor. Die Digitalisierung und Technologisierung aller Bereiche des Lebens stellt uns außerdem vor neue Herausforderungen und Fragen. Hierfür brauchen wir mehr weibliche Ideen, Innovationen und Lösungen.
 


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Frauen, Tech und die Otto Group
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