Wasserbüffel auf Feuchtwiesen

Wichtiger Baustein beim Klimaschutz: Moor muss nass

Die „toMOORow"-Initiative setzt sich für die Vernässung von Mooren ein

Moore speichern mehr Kohlenstoff als jedes andere Ökosystem der Welt. In Deutschland sind trockene Moore für knapp sieben Prozent der jährlichen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Deshalb muss Moorschutz endlich ernst genommen und fester Bestandteil der klimapolitischen Diskussionen werden. Denn der Schutz der Moore knüpft an das Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens an, bis spätestens 2050 in der EU klimaneutral zu sein. Ohne die weitgehende Vernässung aller entwässerten Moore werden die globalen Klimaziele verfehlt.

Mit der zukunftsweisenden Initiative „toMOORow“ will die Otto Group ein Signal senden, wie wirksamer Klimaschutz direkt vor der eigenen Haustür gelingen kann.

Gemeinsam mit OTTO, Bonprix, Hermes Germany und der Witt-Gruppe unterstützt die Otto Group über fünf Jahre das Moorschutzprojekt „toMOORow“ zur Vernässung von deutschen und europäischen Moorflächen, um konkrete Lösungen für den Klima- und Naturschutz aufzuzeigen. Ziel ist neben der dauerhaften Bindung von Kohlenstoff in Böden, perspektivisch auch die Generierung eigener, qualitativ hochwertiger Kompensationszertifikate sowie die Erprobung und Nutzung alternativer Rohstoffe, die bei der Bewirtschaftung vernässter Moore entstehen – Stichwort „Paludi-Kultur“. 

So könnte Paludi etwa als alternativer Rohstoff bei Verpackungen und Möbeln zum Einsatz kommen. Die Biomasse aus dem Moor erzeugt einen doppelten Klimagewinn: Zum einen wird der fossile Rohstoff ersetzt, zum anderen wird auf den vernässten Moorflächen Kohlenstoff im Torf dauerhaft gespeichert.

Paludi-Kultur für alternative Rohstoffe

Um Paludi-Kultur zielgerichtet zu fördern, wird mit der finanziellen Unterstützung der Otto Group zudem eine breit angelegte Machbarkeitsstudie durch die Umweltstiftung Michael Otto in Auftrag gegeben. Diese soll die aktuelle Marktsituation analysieren und identifizieren, welche Impulse es braucht, damit das Angebot aus Paludi-Kultur zielgerichtet entwickelt werden und die Nachfrage anspringen kann. 

Die Initiative „toMOORow" zur Wiedervernässung von Mooren ist ein Kooperationsprojekt verschiedener Stakeholder aus Wissenschaft, Natur- und Klimaschutz und der Wirtschaft und wurde von der Umweltstiftung Michael Otto und der Michael Succow Stiftung, Partner im Greifswald Moor Centrum, ins Leben gerufen. Die Otto Group ist erster Sponsor und Enabler des Projekts. 

Alleine können wir den Klimawandel nicht wirksam bekämpfen. Um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen, müssen Akteure aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft schnell und konkret kooperieren. Mit der Initiative 'toMOORow' wollen wir zeigen, wie es gehen kann. Wir wollen Marktkräfte für den Umwelt- und Naturschutz aktivieren, um die Nachfrage nach alternativen Rohstoffen anzukurbeln und dadurch zu einem nachhaltigeren Konsum zu kommen.
– Alexander Birken, CEO der Otto Group

Kompensation für Klimaneutralität - Eine Frage der Qualität

Die Otto Group engagiert sich seit vielen Jahren im Klimaschutz, unter anderem mit dem ambitionierten Ziel, bis 2030 in der eigenen Geschäftstätigkeit klimaneutral zu werden. Dabei verfolgt sie einen etablierten Dreiklang: Vermeiden, Reduzieren und nur in allerletzter Konsequenz hochwertig kompensieren. Das bedeutet: Dort, wo technologische Lösungen aktuell nicht verfügbar oder wirtschaftlich nicht umsetzbar sind, wird Kompensation als sinnvolle Ergänzung beim Klimaschutz gesehen.

Auch wenn die Otto Group sich zuvorderst in der Verantwortung sieht, ihren CO2-Fußabdruck zu verringern, können sich hochwertig zertifizierte Kompensationsprojekte positiv auf das Klima auswirken – und zwar sofort. In dem Fall nutzt der Konzern bereits jetzt konsequent nach den anspruchsvollsten Standards zertifizierte Projekte über sehr glaubwürdige Dienstleister, wie etwa Atmosfair.

Perspektivisch wird auch das Projekt „toMOORow“ durch die Vernässung von Mooren qualitativ hochwertige Kompensationszertifikate vor der eigenen Haustür generieren. Letztendlich ist Kompensation nicht nur eine Brückenlösung, sondern auch eine Frage der Qualität.

 
 

Initiatoren von „toMOORow"

Umweltstiftung Michael Otto

Logo Umweltstiftung Michael Otto

Die Umweltstiftung Michael Otto (UMO) verfolgt das Ziel, die natürlichen Lebensgrundlagen zu bewahren und nachfolgenden Generationen einen zukunftsfähigen Planeten zu erhalten. 

Dabei investiert sie in Bildung und Forschung zu naturverträglichem Handeln und fördert Projekte für den Erhalt von Flüssen, Seen, Auen und Feuchtgebieten. Die Stiftung setzt auf den Dialog und Austausch mit gemeinnützigen Organisationen, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft.

Succow Stiftung

Logo Succow Stiftung

Seit 1999 engagiert sich die Succow Stiftung für Natur-, Moor- und Klimaschutz und ist national und weltweit tätig. Michael Succow gründete die gemeinnützige, operativ arbeitende Stiftung zum Schutz der Natur mit dem Preisgeld des Right Livelihood Awards. 

Die Stiftung setzt Projekte auf vier Kontinenten um zu Klimaschutz, Schutzgebieten, zukunftsfähiger Landnutzung sowie zur Nachwuchsförderung. 

 

Moore und ihre Bedeutung

Moorschutz ist aktiver Klima- und Artenschutz, denn Moore speichern mehr CO2 als jedes andere Ökosystem der Welt und bieten Lebensraum für viele selten gewordene Tier- und Pflanzenarten.

Weltweit binden Moore doppelt so viel CO2 wie alle Waldbiomasse zusammengenommen. In Deutschland wurden mehr als 95% der Moorböden entwässert und werden heute für die Land- und Forstwirtschaft oder als Siedlungs- und Verkehrsflächen genutzt. Trockene Moore sind in Deutschland für knapp sieben Prozent der jährlichen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich.

International knüpft der Schutz der Moore an das Pariser Klimaschutzabkommen an, aus dem sich die Klimaneutralität und daher auch weitgehende Vernässung aller entwässerten Moore bis spätestens zum Jahr 2050 ableitet. Um die Pariser Ziele zu erreichen, muss Moorschutz endlich ernst genommen und fester Bestandteil der klimapolitischen Diskussionen werden.

 

Moor muss nass!

Warum ist Vernässung der Moore so wichtig? Dieses Video des Greifswald Moor Centrums erklärt es anschaulich.

Unsere Moore – Die besseren Wälder (mit Nina Eichinger)

KLIMA vor Acht zeigt uns in diesem Video, warum Moore sogar bessere Klimaschützer sind als Wälder.

 

Alternative fossile Rohstoffe: Paludi-Kultur

Das Konzept der Paludi-Kultur (lat palus „Sumpf, Morast“) wurde an der Universität Greifswald mit dem Ziel entwickelt, Schutz und Nutzung von Mooren in Einklang zu bringen. Paludi-Kultur ist die land- und forstwirtschaftliche Nutzung nasser Hoch- und Niedermoore. Ein traditionelles Beispiel dafür ist der Anbau von Schilf für Dachreet. 

Neue innovative und nachhaltige Nutzungen sind etwa die energetische Verwertung von Niedermoor-Biomasse, die Nutzung von Röhrichten für neue Baustoffe oder die Kultivierung von Torfmoosen als Torfersatz in Substraten für den Gartenbau.

Die nasse Bewirtschaftung von Moorböden bringt Klimaschutz durch Minderung des CO2-Ausstoßes und durch Verdunstungskühlung. Sie liefert Alternativen für fossile Rohstoffe ohne in Konkurrenz um Flächen zur Nahrungsmittelproduktion zu treten. Paludi-Kultur fördert Biodiversität und weitere Ökosystemdienstleistungen von Mooren. In schwach entwickelten Regionen bietet sie zudem Perspektiven für Landwirtschaft und Tourismus.

"Tiny Moor House" von Lucas Treise

Paludi-Kultur ganz praktisch: Lucas Treise hat ein Tiny House aus Baustoffen errichtet, die aus Moorpflanzen gemacht werden können.

 

Fotocredits: Sören Manzel, Tobias Dahms, Benjamin Herold

Bangladesch
 
 

„NOW“ - Das Nachhaltigkeitsmagazin der Otto Group
in Kooperation mit GEO

Unser Nachhaltigkeitsmagazin „NOW" zeigt, was wir unter Verantwortung verstehen und welche Nachhaltigkeitsaktivitäten wir verfolgen.

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