Corona -
Entwicklungsländern
droht humanitäre
Katastrophe

 

Die Corona-Pandemie trifft die Entwicklungsländer mit voller Wucht. Selbst vom Lockdown betroffen und damit mit großen Unsicherheiten beispielsweise bezüglich Nachfrage und Cash Flows konfrontiert, haben bedeutende westliche Textilunternehmen bereits Aufträge von mehreren Milliarden US-Dollar storniert. In Ländern wie Bangladesch, Indien oder Vietnam droht nicht nur die Insolvenz vieler Produktionsbetriebe, sondern eine humanitäre Katastrophe. Wie gehen die Konzerngesellschaften der Otto Group mit ihren Lieferanten um? 

Die Konzerngesellschaften der Otto Group leiden wie alle anderen Textilhändler unter der veränderten Nachfrage der Kund*innen in Zeiten der Corona-Pandemie. Bequeme und sportorientierte Mode wird noch nachgefragt, aber modische Frühjahr-/Sommertextilien oder gar Badeartikeln zu verkaufen, damit tun sich auch unsere Firmen schwer. Das führt zu verändertem Orderverhalten in den Lieferländern. 

Indien und Bangladesch im Lockdown

Auf der anderen Seite befinden sich etliche Entwicklungsländer selbst im Lockdown. Die weltweit größte Ausgangssperre der Welt hat Indien verhängt. Seit dem 24. März herrscht dort ein landesweiter Lockdown, der mittlerweile bis zum 03. Mai verlängert wurde. Fabriken in Regionen wie Karnataka und Tamil Nadu wurden geschlossen. Da auch der Binnenverkehr größtenteils eingestellt wurde, sind Hunderttausende von Migrantenarbeiter*innen auf ihrem Weg nach Hause gestrandet. Ohne Arbeit und oft ohne Zugriff auf zentrale staatliche Leistungen berichten Nichtregierungsorganisationen von katastrophalen Zuständen. Viele Arbeiter*innen sind zudem auch weiterhin auf Fabrikgeländen untergebracht, was aufgrund des begrenzten Raums die Ansteckungsgefahr erhöht. 

Im Nachbarland Bangladesch gilt derzeit ebenfalls ein landesweiter Lockdown, der Fabrikschließungen jedoch nicht explizit mit einbezieht. Wichtige Industrieorganisationen haben ihren Mitgliedern die Schließung ihrer Fabriken empfohlen, ausgenommen sind die Produktionen von laufenden Aufträgen oder Schutzkleidung (PPE). Durch die Auftragsstornierungen bedeutender Textilketten in Höhe mehrerer Milliarden US-$ sind mehr als 2,2 Millionen Arbeiter*innen betroffen – Tendenz steigend. 

Beim Blick auf Indien und Bangladesch, aber auch auf einige andere Entwicklungs- und Schwellenländer, deutet sich eine humanitäre Katastrophe an. Für viele Menschen dort ist nicht ‘nur’ das Virus ein Problem, sondern die Ausgangssperre, die rückläufigen Aufträge aus dem Aus- sowie Inland und die damit verbundenen Kündigungen oder das Aussetzen der Lohnzahlungen, verbunden mit der Frage, wie sie ihren Lebensunterhalt verdienen und sich und ihre Familien ernähren sollen. 

Fairer und partnerschaftlicher Umgang mit Lieferanten

In dieser Lage ist verantwortliches Handeln besonders gefragt. In der Otto Group, deren Hauptproduktionsländer China, die Türkei, Indien und Bangladesch sind, stehen wir mit unseren Lieferanten konzernweit in Gesprächen und versuchen, auf fairem und partnerschaftlichem Wege auftragsspezifisch die besten Lösungen hinsichtlich eventueller Produktionsausfälle und -verzögerungen sowie aller bestellten Lieferungen zu finden. Dabei werden die unterschiedlichsten Maßnahmen, wie beispielsweise zeitliche Verschiebungen der Produktion - sei es aufgrund veränderter Kundennachfragen auf unserer Seite oder nicht möglicher Produktion durch Lockdowns in verschiedenen Ländern auf Seiten der Lieferanten -, besprochen.   

„Wir machen derzeit die Erfahrung, dass die Corona-Krise in vielen unserer zum Teil lange gewachsenen Lieferantenbeziehungen zu einer besonderen Solidarität und gegenseitigen Achtsamkeit als Geschäftspartner führt“, erklärt Alexander Birken, CEO der Otto Group. „So erfahren wir in diesen Tagen auch, dass nicht nur wir besorgt sind um das Wohl und Überleben unserer Lieferanten, sondern auch die Lieferanten selbst mit Vorschlägen auf uns zukommen, wie die entstehenden Herausforderungen bestmöglich verteilt, minimiert bzw. ausgeglichen werden können.“ Das Ziel sei es, gemeinsam mit den Lieferanten die Krise bestmöglich zu meistern, Stornierungen bereits gefertigter Waren erfolgen dabei nicht, Stornierungen von noch nicht gefertigter Ware nur in den seltensten Fällen.   

Hilfsmaßnahmen für die Arbeiter*innen

Darüber hinaus befinden sich die Otto Group und ihre Konzerngesellschaften in konkreten Gesprächen mit verschiedenen Initiativen, um die von der Corona-Krise besonders betroffenen Arbeiter*innen in den Produktionsländern der Wertschöpfungsketten mit gezielten Maßnahmen zu unterstützen. Beabsichtigt ist die Beteiligung an einem vom BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) geplanten “Rettungsschirm” für einen schnellen Ausgleich bei Lohnausfällen von Arbeitnehmer*innen in den Produktionsländern. Zudem beteiligt sich die Group an Sofortmaßnahmen im Rahmen einer Initiative des Textilbündnisses, die eine Versorgung der Wanderarbeiter*innen im indischen Tamil Nadu mit Lebensmitteln sicherstellen sollen. Aber auch in Afrika unterstützt die Otto Group die Versorgung der Baumwollbauern und -bäuerinnen und ihrer Familien mit über die Aid by Trade-Foundation organisierten Soforthilfemaßnahmen wie etwa der Verteilung von Seife und anderen Hygieneartikeln. 

Die Otto Group legt auch in der derzeit schwierigen Situation großen Wert auf einen fairen und partnerschaftlichen Austausch mit ihren Lieferanten. Und sie setzt noch intensiver auf gemeinsame Aktivitäten mit anderen gesellschaftlichen Akteuren, um die Auswirkungen für alle Beteiligten so weit wie möglich abzufedern.

 

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