Kreislaufwirtschaft

Kreislaufwirtschaft

Die Antwort auf drängende Klimafragen?

Nachhaltigkeit ist ein Kernthema unserer Gesellschaft und verliert auch in Pandemiezeiten nicht an Bedeutung. Es wächst vor allem das Bewusstsein, dass die Kombination aus steigendem Konsum und geringen Recyclingquoten zum Überschreiten der Belastungsgrenzen unserer Erde beiträgt. Die Otto Group stellt sich dieser globalen Herausforderung eines stetig zunehmenden Ressourcenverbrauchs und macht sich auf den Weg hin zu einer Circular Economy, in der Materialien und Produkte so lange wie möglich im Kreislauf gehalten und bestmöglich wiederverwertet werden können.

Hintergrund

Eine Frage der Verantwortung: Der Ressourcenverbrauch muss sinken

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts kennen Wachstumsindikatoren wie Bevölkerungszahl, Wirtschaftsleistung oder Konsum nur eine Richtung: steil nach oben. Gleiches gilt für den Ressourcenverbrauch. Jedes Jahr zeigt der Earth Overshoot Day, wann wir Menschen die uns zur Verfügung stehenden Ressourcen für das Jahr aufgebraucht haben. Das erschreckende: Jedes Jahr findet der Tag an einem früheren Zeitpunkt statt.

Der Bedarf nach neuen Ressourcen ist so hoch, weil nur ein geringer Teil wiederverwendet wird. Global betrachtet werden ca. 100 Milliarden Tonnen Materialien pro Jahr verbraucht, von denen nur 8,6 Prozent Recyclingmaterialien sind. Der Großteil der Materialien landet somit weiterhin ungenutzt auf Deponien oder wird verbrannt. Dieses Problem ist menschengemacht und basiert auf dem linearen Wirtschaftssystem: Es werden Ressourcen entnommen, um Produkte herzustellen und zu nutzen, die anschließend weggeworfen werden. Diesen Materialkreislauf gilt es zu schließen. Werden Produkte möglichst lange im Kreislauf gehalten – gemietet, repariert, wiederverwertet –, verringern wir den ökologischen Fußabdruck.

Die Verantwortung für Mensch, Natur und Gesellschaft in das unternehmerische Handeln zu integrieren, ist für die Otto Group seit über 30 Jahren eine Selbstverständlichkeit. Wir sehen diese unternehmerische Verantwortung nicht nur als Pflicht, sondern auch als Chance, die wir für die gesamte Gruppe noch stärker in den Fokus rücken. Unser Ziel ist es, die negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit zu reduzieren und positive Effekte zu verstärken.

Circular Economy (dt. Kreislaufwirtschaft) bezeichnet ein Wirtschaftssystem, in dem ganze Produktionsprozesse auf dem Design eines Kreislaufs basieren.
– KfW
 
 

Unser Ansatz

Wir handeln: Kreislaufwirtschaft als Teil der Nachhaltigkeitsstrategie

Wir als Otto Group streben eine nachhaltige Entwicklung in allen Unternehmensbereichen an. Dabei handeln wir konsequent nach dem Prinzip "Vermeiden, reduzieren, kompensieren". Um weiterhin erfolgreich wirtschaften zu können und gleichzeitig den Materialverbrauch zu reduzieren, haben wir das Thema Kreislaufwirtschaft in unsere neue CR-Strategie aufgenommen und integrieren schrittweise kreislauffähige Lösungen in unsere Kernprozesse. Dabei verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz – von der Materialauswahl bis zum Recycling.

Otto Group: Unser Kreislauf-Ansatz
 

Materialien

Kreislauffähigkeit beginnt bei den Materialien. Wir wollen nachhaltige und kreislauffähige Materialien in unseren Verpackungen und Produkten einsetzten, wie z. B. Biobaumwolle oder zertifiziertes Holz, und schrittweise den Anteil an Recyclingmaterialien erhöhen.

Design

Ob für Textilien bei OTTO, Bonprix, Sheego und Witt, oder für Möbel bei Crate and Barrel – das Produktdesign spielt in der Kreislaufwirtschaft eine entscheidende Rolle. Bei Bonprix zum Beispiel definieren Kreislauf-Prinzipien erste „Circular Products“. Diese Prinzipien orientieren sich am gesamten Kreislauf und optimieren das Produkt bspw. bei der Faserauswahl, verschiedenen Trageoptionen oder modularen Details. Darüber hinaus kommen 2021 erste Cradle to Cradle Certified™ Produkte in das Sortiment. Cradle to Cradle ist ein anspruchsvoller Zertifizierungsstandard für kreislauffähige Produkte und prüft neben der Materialgesundheit auch die Recyclingfähigkeit.

Produktion

Im Bereich der Produktion wollen wir in der Otto Group gemeinsam mit unseren Lieferanten Abfälle vermeiden und nachhaltige Technologien einsetzen. Eine hohe Materialeffizienz erreichen wir zum Beispiel durch möglichst wenig Verschnitt bei der Textilproduktion. Zudem wollen wir auf problematische Chemikalien verzichten, die das spätere Recycling verhindern könnten.

Re-Commerce

Nicht nur unsere Produkte sollen kreislauffähig sein, wir wollen den Kreislauf-Ansatz auch unseren Kund*innen nahebringen, ganz nach unserer Vision „Responsible commerce that inspires“. So bietet bspw. About You unter der Kategorie „Second Love“ eines der größten Textil-Sortimente für geprüfte Secondhand-Produkte an. Bei Unito können Technik-Produkte auch gemietet, statt nur gekauft werden.

Re-Use

Wir wollen unseren Kund*innen auch ermöglichen, dass sie ihre Produkte möglichst lange nutzen – bspw. durch Repair-Services, Empfehlungen zur Produktpflege oder kreative Inspiration in Do-it-yourself-Tutorials. Manufactum setzt seit über 30 Jahren auf einen bewussten Gegenentwurf zur Wegwerfmentalität: mit qualitativ hochwertigen Produkten, die Kund*innen selbst reparieren oder Ersatzteile austauschen lassen können.

Sammlung

Bei der Produktverantwortung kommt es auch auf das „danach“ an, damit Materialien im Kreislauf gehalten werden können. Mit der Initiative "Platz schaffen mit Herz" bietet OTTO seit vielen Jahren die Möglichkeit an, gebrauchte Kleidung in Hermes-Paketen zurückzugeben. Jedes Teil wird von Hand sortiert und geprüft, so dass für den Großteil der Kleidung weltweit neue Besitzer gefunden werden können.

Recycling

Was nicht weiterverwendet werden kann, wird dem Recyclingkreislauf zugeführt, um die Materialien wieder für die Herstellung neuer Produkte verfügbar zu machen. Und damit schließt sich der Kreis.

 
 
82 Prozent der Befragten sind inzwischen bereit, den Weg von der Wegwerfgesellschaft zur Kreislaufwirtschaft mitzugehen und sprechen sich für eine längere Produktnutzungsdauer und höhere Materialeffizienz aus.
– Fünfte Otto Group Trendstudie zum ethischen Konsum
Bangladesch
 
 

„NOW“ - Das Nachhaltigkeitsmagazin der Otto Group
in Kooperation mit GEO

Unser Nachhaltigkeitsmagazin „NOW" zeigt, was wir unter Verantwortung verstehen und welche Nachhaltigkeitsaktivitäten wir verfolgen.

Zum Magazin

 

Nachhaltiges zum Hören

In verschiedenen Podcast-Folgen beschäftigen sich Konzernunternehmen der Otto Group mit der Kreislaufwirtschaft:

UNgeniert #8: Nachhaltiger Konsum – Mehr als ein neues Modewort?

UNgeniert #8: Nachhaltiger Konsum 

Zur Unito Podcast-Folge

O-TON #25: Plastik mit gutem Gewissen?

O-TON #79: Wegwerfen oder reparieren?

Zur OTTO Podcast-Folge

Bewusst gemacht. Der Manufactum Podcast

Bewusst gemacht #4: Reparieren statt wegwerfen! 

Zur Manufactum Podcast-Folge

O-TON #64: Wann sind Artikel wirklich nachhaltig?

O-TON #64: Wann sind Artikel wirklich nachhaltig?

Zur OTTO Podcast-Folge

 
 

Second Love bei ABOUT YOU

ABOUT YOU will einer der größten Secondhand-Retailer Europas werden und mit der Kategorie “Second Love” den Lebenszyklus der Kleidungsstücke verlängern.

 

Weiterführende Themen

Nachhaltigkeit bietet viele Herausforderungen und viele Chancen. Damit beschäftigen wir uns jeden Tag. Weitere Denkanstöße und Projekte: 

Cradle to Cradle

Gemeinsam mit dem Berliner Start-up circular.fashion startet OTTO ein Pilotprojekt, um Textilien besser wiederverwertbar und somit nachhaltiger zu machen.

Zum Interview mit Lisa Franke, Projektleiterin Corporate Responsibility bei OTTO

Interview mit Otto Group Nachhaltigkeitsexpertin Maje König

"Der nachhaltigste Konsum ist der, der nicht stattfindet, oder derjenige, der keine neuen Ressourcen verbraucht."

Zum Interview mit Otto Group Nachhaltigkeitsexpertin Maje König

Cleandye

Mit dem Joint-Venture CleanDye färbt Bonprix seit 2019 ganz ohne Einsatz von Wasser und Prozesschemikalien.

Zum Artikel 

 
Lorem Impsum

Impulspapier "Vom Flickenteppich zur echten Kreislaufwirtschaft" (WWF und Wuppertal Institut) mit Kommentar von Tobias Wollermann, Group Vice President Corporate Responsibility Otto Group.

Zum Impulspapier (PDF)

Dr. Michael Braungart, wissenschaftlicher Geschäftsführer von EPEA

Dr. Michael Braungart, Entwickler des Cradle-to-Cradle-Konzepts, erklärt, wie die Verpackung der Zukunft aussehen sollte.

Direkt zum Artikel im NOW-ePaper 

»KREISLAUFWIRTSCHAFT IST MEHR ALS NUR RECYCLING«

Prof. Christina Dornack der TU Dresden fordert ein Umdenken und zeigt im ZEIT Interview Lösungsansäze.

Zum Interview