Hat 3D-Holografie das Potenzial zum Einkaufshelfer?
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Hat 3D-Holografie das Potenzial zum Einkaufshelfer?

16/04/2019

Experten loben 3D-Hologramme als nächste Stufe der Anzeigetechnologie. Was ist das Besondere am ihnen? Und: Reicht es schon zum Trend im E-Commerce? Wir klären auf.

Vor wenigen Jahren noch war der 3D-Druck in aller Munde, eine flächendeckende Verbreitung blieb bislang aus. Dennoch: Trägt eine Lösung das Label „dreidimensional“, schauen wir genauer hin, zumal in diesem Bereich zurzeit exponentielle Entwicklungen stattfinden. Darunter auch bei den optischen Darstellungstechnologien, konkret: Hologramme. Neu sind sie nicht, doch hat die Forschung in den vergangenen Monaten eine ordentliche Schippe drauf gelegt, die sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen kann. Inzwischen haben 3D-Hologramme, um die es konkret geht, eine bislang nie dagewesene Tiefenschärfe erreicht, so dass sich fast schon zwangsläufig neue Einsatzmöglichkeiten auftun. Darunter auch für den Online-Handel.

Doch alles zu seiner Zeit. Zunächst einmal: Wie entsteht ein Hologramm eigentlich? Einfach ausgedrückt ist es ein Zusammenspielt aus Lichtwellen, bis zu mehreren tausend Bildebenen und haargenau abgepassten Laserverschiebungen. Greifen alle Prozesse ineinander, entstehen täuschend echte Bildprojektionen. Entscheidend ist, dass es eine originäre Bildquelle gibt, zum Beispiel ein Foto.

Anders als bei Augmented Reality, wo ein Tablet oder Smartphone als „Leinwand“ dient, wird ein 3D-Hologramm quasi freischwebend im Raum abgebildet. Ein enormer Schritt nach vorne, wenn wir beispielsweise an den Online-Möbelhandel denken: Produkte könnten in den Original-Maßen und -Farben im Raum dargestellt und damit die Passgenauigkeit zum restlichen Mobiliar abgeschätzt werden. Denn: Im Vergleich zu einem Film auf einem normalen Monitor, ist ein 3D-Hologramm von allen Seiten sichtbar. Zusätzlicher Nutzen: Kostenintensive Retourenprozesse verringern sich, die Kundenzufriedenheit steigt.

Nächste Stufe der Anzeigetechnologie

Ein Unternehmen, das beim Thema 3D-Hologramme beispielhaft vorangeht, ist unter anderem der Spielzeughersteller Playmobil, der schon früh damit begonnen hat, visuelle Technologien als Brücke zwischen der On- und Offline-Welt zu nutzen. Mit der so genannten „Playmogram 3D-App“ wird aus dem Smartphone ein Projektor gezaubert, mit dem Hologramme ins Spiel integriert werden können. Darunter Geister, Tiere oder Fabelwesen. Kindern eröffnet sich dadurch ein völlig neues Spielerlebnis, das allerdings nicht unumstritten ist.

PLAYMOGRAM 3D GHOSTBUSTERS

Bildquelle: youtube.com

Holografie steht zweifellos für die nächste Stufe der Anzeigetechnologie. Doch damit es zum Trend reicht, müssen noch ein paar Hürden überwunden werden – welche das sind, verrät Otto Group Innovationsexperte Henning Mielkau: „Bei visuellen Bildtechnologien braucht es immer eine gewisse Anlaufzeit bis eine flächendeckende Akzeptanz erreicht wird, und diese steht und fällt mit der Qualität der Darstellung. Solange Abbildungen nicht echt wirken, empfindet sie der Kunde vorrangig noch als Spielerei. Erst wenn die Grenzen zwischen Virtualität und Realität nahezu aufgehoben werden, kann ein im wahrsten Sinne des Wortes sinnliches Einkaufserlebnis generiert werden. Das wäre bislang nur mit teuren und komplexen technologischen Komponenten möglich. Der Ball liegt nun also bei den Tech-Firmen, die Geräte für eine alltagstaugliche Projektion von 3D-Hologrammen entwickeln müssen.“

Henning MielkauHenning Mielkau ist Teil des Otto Group Innovation Management. Das Team scannt laufend den Markt in Hinblick auf Neuerungen mit Technologiebezug, die hohes Marktpotenzial oder starken Einfluss auf das Kerngeschäft des Unternehmens vermuten lassen und initiiert mit Partnern aus dem Konzern gemeinsame Pilotprojekte. Das Expertenteam ist Teil des Bereichs Digital Excellence bei der Otto Group.
 
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