Es geht nur mit Vertrauen: Erfahrungen aus 12 Monaten Remote Work und Führen auf Distanz
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Es geht nur mit Vertrauen: Erfahrungen aus 12 Monaten Remote Work und Führen auf Distanz

19/04/2021

Plötzlich #RemoteWork und #FührenaufDistanz: Sandra Widmaier-Gebauer, Vice President Corporate HR bei der Otto Group, teilt ihre Erfahrung aus den vergangenen 12 Monaten als Führungskraft und Mitarbeiterin.

Früher war Home Office eher die Ausnahme für mich. Seit einem Jahr arbeite ich nunmehr pandemiebedingt im Home Office. Das ist ein guter Zeitpunkt, um das Jahr Review passieren zu lassen und sich zu fragen: Welche Erfahrung habe ich als Führungskraft, aber auch als Mitarbeiterin gemacht? Was hat zum Gelingen der Home-Office-Erfahrung beigetragen und was habe ich als nicht so gut erlebt?

Eine vielleicht banale, aber elementar wichtige Voraussetzung ist, dass die technischen und ergonomischen Voraussetzungen gegeben sind. Die digitale Technik muss funktionieren, um effektiv arbeiten und kommunizieren zu können. Die zweite Voraussetzung ist, dass man seinen Mitarbeiter*innen vertraut. Nur mit Vertrauen können die Mitarbeit*innen ihre Aufgaben erledigen und ihrer Verantwortung gerecht werden. Es gilt, die Selbstorganisation zu fördern, aber auch Resonanzräume für Fragen und Feedback zu schaffen. Jede zwischenmenschliche Beziehung, so auch die Führungsbeziehung lebt von regelmäßigen Kontakten. Die Regelmäßigkeit von täglichen und wöchentlichen virtuellen Routinen zur Abstimmung von Arbeitsinhalten, aber auch der Austausch von Persönlichem gibt Halt. In isolierten Arbeitssituationen steigt das Risiko der Überforderung, der Missverständnisse, des Rückzugs, des Burnouts.

Und es lässt sich auch nicht alles virtuell abbilden. Das persönliche Gespräch kann in schwierigen Führungssituationen und bei Einstellungen nicht ersetzt werden. Dies gebietet der Respekt. Mit den Betriebsräten kann auch vieles virtuell besprochen und verhandelt werden, aber wenn es um Betriebsänderungen geht, die viele Mitarbeiter*innen betreffen, dann bevorzuge ich noch heute unter Berücksichtigung unserer strengen Hygienevorschriften und Abstandsregeln das Gespräch vor Ort.

Remote Work

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Home Office

Fazit

Die Pandemie hat uns gezeigt, dass man an vielen Stellen stärker virtuell bzw. hybrid zusammenarbeiten kann.  Diese Entwicklung wird sich auch nicht mehr zurückdrehen lassen. Aber wenn die emotionale Beziehung zur Führungskraft und zu den Kollegen*innen verloren geht, dann leidet auch das Engagement, die Leistungsfähigkeit und die Kreativität. Unsere Arbeitsbeziehungen und unsere Unternehmenskultur werden nicht zuletzt von persönlichen Gesprächen und Beziehungen getragen.


Sandra Widmaier-Gebauer
 
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