Connected Sport: Wie die Digitalisierung das Laufen, Golfen und Karpfenangeln revolutioniert
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Connected Sport: Wie die Digitalisierung das Laufen, Golfen und Karpfenangeln revolutioniert

14/07/2021

Die Digitalisierung im Sport ist zwar kein neues Phänomen, doch auch hier wirkte die Corona-Pandemie in den vergangenen Monaten wie ein Katalysator. Welche spannenden Geschäftsmodelle so entstanden sind und welches Potenzial Connected Sport auch nach der Pandemie bietet, hat Jörg Heinemann beleuchtet.

Durch die notwendige Schließung von Sportplätzen und Fitnessstudios stieg der Bedarf an sportlichen Alternativen, die auch im Lockdown funktionieren. Die amerikanische Consumer Technology Association Foundation geht davon aus, dass der Digital Fitness-Markt während der Pandemie um 30 bis 35 Prozent gewachsen ist, berichtet Jörg Heinemann, Principal Innovation & Digitalisierung bei OTTO. Diese und weitere Entwicklung in der Connect Sport-Branche teilte er in seinem Talk auf der digitalen ISPO Munich 2021, einer internationalen Fachmesse für Sportartikel und Sportmode:

Der Begriff Connected Sport bezieht sich auf die zunehmende Digitalisierung des Sports. Durch den Einsatz moderner Technologien sind in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Sport-Angebote und innovative Geschäftsmodelle entstanden, für Profis und Amateure in nahezu allen Sportarten. Die Palette reicht von Fitness-Apps für Smartphone oder Smartwatch über vernetzte Sportgeräte wie dem Fitness-Bike Peleton bis hin zu individuellen, virtuellen Trainingsplänen und vielem mehr. Für die Anwender*innen bietet Connected Sport viele Mehrwerte: Echtzeit-Feedback und kontinuierliches Tracking, also die Messung und Auswertung der erbrachten sportlichen Leistung, ermöglichen beispielsweise eine stärkere Individualisierung des Trainings und helfen dabei, Fortschritte sichtbarer zu machen oder vor falschem Training oder Überlastung zu warnen. Viele Connected Sport-Angebote haben zudem integrierte Community-Funktionen, mit denen sich die Nutzer*innen mit anderen Sportbegeisterten vernetzen, gegenseitig anspornen und ihre Ergebnisse vergleichen können.

Ganz neu ist diese Entwicklung nicht: Tracking-Technologien werden im Profisport schon seit einigen Jahren genutzt. Und auch für Hobby-Sportler*innen launchte Nike bereits 2006 einen Sensor, der mit dem iPod kommunizierte und so das Tracking von Läufen möglich machte – samt Online-Community, einem Vorläufer des heutigen Nike Run Clubs. Seitdem hat sich die Branche stark verändert, nicht zuletzt durch neue Technologie-getriebene Marktakteure. Das stellt etablierte Unternehmen vor Herausforderungen, bietet jedoch durch die zahlreichen Innovationen im Markt vor allem großes Potenzial – auch über die Pandemie hinaus, so Jörg Heinemanns Prognose.

Connected Sports: Nachhaltiger Erfolg durch smarte Verbindung aus Geräten, Zubehör und Service

Langfristig erfolgreich werden vor allem Connected Sport-Anbieter sein, die ein eigenes Ökosystem aus smarten Geräten und Services erschaffen, meint Jörg Heinemann. Bestes Beispiel Peleton: Die Kund*innen erhalten nicht nur ein Bike, sondern direkt zahlreiche On-Demand-Kurse, eine App für die Apple Watch sowie ein breites Angebot von Live-Kursen mit deutschen Trainer*innen – zu einem monatlichen Preis, der mit Fitnessstudios vergleichbar ist. Mit Hardware, Software, umfassenden Diensten und einer Kollektion Fitnesskleidung versucht Peleton so, die Kund*innen im eigenen Ökosystem zu binden.

Gleichzeitig verdeutlicht das Beispiel auch, wie wichtig es ist, das Ökosystem offen für die Integration von Drittanbietern wie etwa Apple oder Samsung zu gestalten – die Nutzung von Schnittstellen, Interoperabilität und Kompatibilität sind in Zukunft wichtiger denn je. Sportmarken haben so die Möglichkeit, ihren Kund*innen zusätzliche Services anzubieten und eine umfassende Customer Experience zu schaffen. Die nahtlose Integration und Verzahnung von Technologie, Kleidung, Zubehör und digitalen Diensten wie Sportkursen, Ernährungsplänen oder Community-Events schaffen echten Mehrwert für die Kund*innen. Und ein Markenerlebnis, das im hart umkämpften Markt zum entscheidenden Faktor werden kann.

Connected Sport in der Nische – von Golf bis Karpfenangeln

Connected Sport Golf

Auch abseits des Breitensports verändert sich der Markt. Mit Diensten wie Golfshot können Golfer*innen in Kombination mit ihrer Smartwatch Distanzen und Schläge messen, ihren Score tracken oder sich mit Flight-Partnern vergleichen – ein sehr einfach zu nutzender und hilfreicher Service, der zeigt, wie neue Geschäftsmodelle im Connected Sport-Bereich aussehen können. Anbieter von Entfernungsmessern setzt dies unter Druck. Sie stehen vor der Herausforderung, ihr Angebot sinnvoll weiterzuentwickeln, um weiterhin relevant für Kund*innen zu bleiben. Ähnliche Trends beobachtet Jörg Heinemann im Angelsport. „Egal, in welche Nische wir gucken – überall bieten sich solche Geschäftsmodelle an.“

Für ihn ist klar, dass die Zukunft des Sports vernetzt ist und diese Entwicklung in den nächsten Jahren, insbesondere auch mit der steigenden Zahl smarter Geräte im Internet der Dinge, weiter Geschwindigkeit aufnehmen wird. So werden Sportler*innen zukünftig noch mehr über ihren Trainingszustand wissen, umfassend in Communities vernetzt sein und effizient auf ihre individuellen Ziele hin trainieren können.

Redaktion ottogroupunterwegs
 
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