So schnell wird man Chef – Shadowday im Einkauf
by EllenLetzte Woche hatten wir unseren zweiten “Shadowday”: Der Gewinner unserer Aktion www.so-schnell-wird-man-chef.de hatte die Möglichkeit einen ganzen Tag der “Schatten” einer Führungskraft -in diesem Fall von Dirk Sjuts, Bereichsleiter Strategie / Multi-Channel Einkauf Textil- zu sein.
Dieses Mal waren wir etwas entspannter, da wir ja noch die positiven Erfahrungen des letzten Tages in Erinnerung hatten. Und zu Recht! Auch unser zweiter Gewinner Dr. Bernd Stemmann hat unsere Erwartungen übertroffen:-)
Hier seht Ihr das Video, das am Ende des Tages entstanden ist:
Und hier könnt Ihr lesen, was er an seinem Tag bei uns alles erlebt hat:
“Da ich ja nicht der erste Shadow war und somit auf den Erfahrungen eines Vorgängers aufbauen konnte, bin ich also erwartungsfroh in den Tag gestartet. Da bei mir ohnehin gerade eine berufliche Veränderung ansteht, kommt dieser Tag wie gerufen. Zunächst ist man natürlich von einer Basis-Neugier getrieben und freut sich darauf, die Otto Group und das dortige Arbeiten allgemein näher kennenzulernen, aber gleichzeitig habe ich ganz konkrete Fragen:
• Was macht so eine Führungskraft den lieben langen Tag? (Gehen wir in der Mittagspause golfen?
)
• Wie erlebe ich den konkreten Tagesablauf? Ist die Atmosphäre eher offen oder kocht jeder sein eigenes Süppchen und erträgt mich als Schatten eines Key-Players allenfalls?
• Natürlich spiegelt man auch sich selbst in dieser Position und fragt sich: „Kann ich das auch? Will ich das? Der avisierte Zeitrahmen war immerhin 8:00 Uhr bis ca. 19:00 Uhr.
Nachdem die Orga bestens geklappt hatte und ich wusste, wann ich wo (und wie gekleidet) zu sein hatte, gestaltete sich der Tagesablauf wie folgt.
7:45 Uhr
Ich bin natürlich zu früh. Sehr freundlich werde ich empfangen, kann mein „Zeug“ verstauen und betrachte beim Warten die ankommenden Leute. Sehr bunt! Ganz verschiedene Typen, aber man grüßt sich (auch zu dieser frühen Stunde), ist freundlich und gut drauf.
8:00 Uhr
Pünktlich um 8:00 Uhr werde ich abgeholt und zu meinem „Schattenspender“ gebracht. Auf dem Weg dorthin gibt’s kurze Infos zum Standort (Mitarbeiteranzahl, funktionelle Bereiche, Gebäude etc. Auch hier fällt auf, dass die Leute entspannt sind. Man spricht über gemeinsame Projekte, aber auch Privates.
Während der Informations- und Kennenlernrunde bei Herrn Sjuts, Bereichsleiter Strategie / Multi-Channel Einkauf Textil, stellen wir uns vor und besprechen den Tagesablauf. Wie sich herausstellen wird, ist die Aufforderung zum Fragen ernst gemeint. Der Tag ist eng durchgetaktet und sieht kaum Pausen vor. Direkt im Anschluss geht’s los.
9:30 Uhr
Herrlich, gleich der erste Termin bei seinem Chef. Offen und ohne Umschweife wird über strategische Themen, wie Kostensparmaßnahmen, Preisentwicklungen auf dem Rohstoffmarkt und mögliche Reaktionen gesprochen – als wäre ich gar nicht da. Spannend!
11:00 Uhr
Ohne Umweg geht’s ins nächste Büro. Zwei, drei persönliche Worte und schon geht’s in medias res. Es geht um operative Themen und Fragen zur Sortiments- und Kataloggestaltung.
12:00 Uhr
Mittagessen. Pause? Nix da! Wir treffen uns mit einem Kollegen im Restaurant der Otto Group. Man isst dort ausgezeichnet und wird schnell und nett bedient. Der Laden ist voll ist und von einem Stimmengewirr erfüllt. Man hat sich viel zu erzählen. Auch bei uns am Tisch werden zunächst wichtige Themen, wie z.B. St. Paulis Tabellen-Situation besprochen. Aber im Anschluss wird auch diese Zeit wird genutzt, um anstehende Projekte und das erforderliche Vorgehen zu skizzieren.
13:00 Uhr
Gerade wieder im Büro angekommen, klopft es und es geht weiter. Markenpositionierung im Markenverbund der Otto Group und im Vergleich zu Fremdmarken. Direkter kann man sowas in keiner Hochschule der Welt erleben. Für jeden, der auch nur ein bisschen ´was mit Marketing am Hut hat, super interessant.
14:00 Uhr
Damit´s nicht langweilig wird, geben sich die Gesprächspartner die Klinke fast in die Hand. Jetzt sind IT- und E-Commerce-Themen zu besprechen. Wie wirkt sich die gestalterische Maßnahme aus? Wie lässt sich ein IT-Problem am besten abfangen? Außerdem wird noch schnell die Tagesordnung und die Aufgabenzuordnung einer Schulungsmaßnahme besprochen.
Und so geht’s in einem durch. Auf meine Frage: „Wann werden denn Termine vor- und nachbereitet werden?“ kommt: „Früher Morgen oder abends. Mein Kind beendet die Nacht ohnehin gegen 5:30 Uhr.“
Es folgen Meetings z.B. zu Katalogauswertung, -gestaltung, Warenpräsentation oder Restmengenverwertung. Ich bin inzwischen ziemlich kaputt. Dabei sitze ich nur daneben und versuche, zu folgen. Immerhin weiß ich jetzt, was ein angeschnittener Einhefter ist.
17:00 Uhr
Jetzt steht die Abschlussbesprechung zur Markenpositionierung an. Auch zu dieser Zeit: Offene Diskussion, klare Argumente und vor allem Nägel mit Köpfen. Ich habe das Gefühl, das alle den Raum verlassen und wissen, was sie zu tun haben – außer ich natürlich.
Es geht ein toller Tag zu Ende. Im Abschlussinterview schildere ich nochmal, wie ich den Tag und die Otto Group erlebt habe. Gleichzeitig entsteht von mir das erste Filminterview seit dem Säuglingsalter. Oh weh, oh weh …
Insgesamt habe ich die Otto Group als offenes und kommunikatives Unternehmen mit engagierten Mitarbeitern kennengelernt, die ganz offensichtlich Spaß an dem haben, was sie machen. Vielen Dank allen Beteiligten und insbesondere Herrn Sjuts für die spannenden Einblicke und Erläuterungen, die mir zum operativen Tagesgeschäft aber auch zu strategischen Themenfeldern gewährt wurden.
Auch wenn ich meine Schwerpunkte nicht 100%ig in genau diesem Bereich sehe, meine Bewerbung läuft …..
”
Schlagworte: Karriere Shadowday Personal Unternehmenseinblick