EOS Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten“ 2015: Zahlungsmoral in ganz Europa verbessert

07.07.2015 | Hamburg

Kunden in Europa begleichen ihre Rechnungen zunehmend zuverlässiger. Insbesondere das Zahlungsverhalten im B2B-Bereich hat sich verbessert. Wurde 2014 in Westeuropa noch jede vierte Rechnung verspätet oder nicht bezahlt (24 Prozent), ist es heute nur noch jede fünfte (20 Prozent).

Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative EOS Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten“ 2015, für die das Marktforschungsinstitut TNS Infratest 2.800 Entscheider aus 13 europäischen Ländern befragt hat.

„Europa erholt sich von wirtschaftlich turbulenten Zeiten und befindet sich größtenteils in einer Aufschwungphase. Niedrige Zinsen verhelfen Unternehmen zu mehr Liquidität, mit der sie ihre Verbindlichkeiten bedienen können“, sagt Hans-Werner Scherer, Vorsitzender der Geschäftsführung der EOS Gruppe. Zugleich habe sich auch die Umsetzung der EU-Richtlinie 2011/7/EU zur Bekämpfung von Zahlungsverzug im Geschäftsverkehr in vielen Ländern positiv auf das Zahlungsverhalten ausgewirkt, so Scherer weiter. Die Richtlinie sieht unter anderem vor, dass Unternehmen ihren Geschäftskunden in der Regel ein maximales Zahlungsziel von 60 Tagen ein-räumen dürfen.

Die aktuellen Studienergebnisse unterstützen diese Einschätzungen. In ganz Europa ist eine Reduzierung der Zahlungsziele für Geschäftskunden zu erkennen. Insbesondere spanische Unternehmen haben ihre Zahlungsziele im B2B-Bereich von durchschnittlich 64 Tagen auf jetzt 45 Tage signifikant verkürzt. Im westeuropäischen Vergleich sind sie dennoch weiterhin Schlusslicht. In Osteuropa liegt das Zahlungsziel für Geschäftskunden mit 40 Tagen deutlich über dem westeuropäischen Mittel von 35 Tagen. Vor allem hohe Werte in Griechenland (51 Tage), aber auch in Russland (41 Tage) und der Slowakei (40 Tage) sind dafür verantwortlich. Die kürzesten Fristen setzen ungarische und polnische Unternehmen ihren Geschäftskunden, wobei Ungarn sich mit einer Verkürzung von sieben Tagen auf nunmehr 33 Tage vor Polen (35 Tage) an die Spitze in Osteuropa setzt.

Zahlungsausfall ist existenzbedrohend
„Trotz Verbesserungen im Zahlungsverhalten europäischer Kunden ist die Höhe des Forderungsausfalles nicht bei einem wirtschaftlich akzeptablen Stand angelangt“, betont Hans-Werner Scherer. Die EOS Studie belegt: Gut jedes achte Unternehmen in Westeuropa (13 Prozent) und nahezu jedes siebte in Osteuropa (15 Prozent) gerät aufgrund des jährlichen Zahlungsausfalls in existenzielle Schwierigkeiten.

„Aus mehreren kurzfristigen Liquiditätsengpässen entsteht schnell eine existenzbedrohliche Situation. Die Zusammenarbeit mit Inkasso-Spezialisten reduziert dieses Risiko und gibt Unternehmen die Möglichkeit sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren“, sagt Scherer. Diese Ansicht teilen immer mehr Unternehmen: Gemäß der EOS Studie geht der Trend zur Kooperation mit externen Dienstleistern. Aktuell haben 40 Prozent der Befragten ihr Forderungsmanagement partiell oder vollständig in die Hände von Experten gegeben. Das sind 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Über die Hälfte der Unternehmen treiben Forderungen weiter aus eigener Kraft bei. Vor allem Unternehmen in Osteuropa arbeiten dabei häufig ohne standardisierte Prozesse.

Spitzenreiter Deutschland strebt keine weitere Verbesserung an
Anders als in allen anderen Studienländern führen die angegebenen Forderungsausfälle bei Unternehmen in Deutschland laut eigener Aussage nicht zu einer existenzbedrohenden Situation. Mit Top-Werten von 87 Prozent Termintreue im Privatkunden-Bereich und 82 Prozent bei B2B-Kunden sowie den kürzesten Zahlungszielen ist das Zahlungsverhalten auf einem Level, das nach Ansicht der Befragten keiner weiteren Verbesserung bedarf. Während viele europäische Firmen eigenen Angaben zufolge am Zahlungsverhalten ihrer Kunden arbeiten müssen, geben deutsche Unternehmen die Beibehaltung des Status quo als größte Herausforderung für die nächsten zwei Jahre an. Allerdings zeigt die Studie auch: Ist die Rechnungsfrist abgelaufen, warten Unternehmen in Deutschland im Mittel sieben Tage länger auf Zahlungen ihrer Privatkunden als der westeuropäische Durchschnitt.

„Es ist überraschend, dass deutsche Unternehmen das Niveau an verzögerten und ausfallenden Zahlungen beibehalten wollen, zumal knapp ein Drittel der Befragten von einer Verschlechterung der Zahlungsmoral im Privatkundenbereich ausgeht“, kommentiert Klaus Engberding, Mitglied der Geschäfts-führung der EOS Gruppe und verantwortlich für die Region Deutschland. „Aktuell mag dieses Niveau zu verkraften sein, aber wir alle haben in jüngster Vergangenheit erlebt, wie schnell sich unsere Wirtschaftslage kurzfristig verschlechtern kann. Deshalb sollte der Fokus weiter auf der Verbesserung des Zahlungsverhaltens liegen“, führt der Geschäftsführer aus. 

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