Bilanzpressekonferenz 2011/12

20.06.2012 | Hamburg

Otto Group investiert ins Kerngeschäft, den E-Commerce und in Wachstumsmärkte

  • Gesamtumsatz der Otto Group steigt um 1,7 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro
  • E-Commerce-Erlöse erhöhen sich um 9,2 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro
  • Otto Group behauptet sich damit als weltgrößter Onlinehändler für Mode und Lifestyle
  • Hohe Steigerungsraten in den Segmenten Service und Finanzdienstleistungen
  • Marktführende Position in Russland mit einem Plus von 35 Prozent ausgebaut
  • Erfolgreicher Markteintritt in den Wachstumsmarkt Brasilien
  • Hoffnungsvoller Start ins neue Geschäftsjahr
  • Investitionen ins Kerngeschäft 
  • Investitionen in den E-Commerce 
  • Investitionen in den strategischen Wachstumsmarkt Türkei
  • Investitionen in 100 Prozent nachhaltiges Baumwollsortiment


„Die Otto Group ist hoffnungsvoll ins neue Geschäftsjahr gestartet“, betonte der Vorstandsvorsitzende der Otto Group, Hans-Otto Schrader, bei der Vorlage der Bilanzzahlen. „Die Umsätze in Deutschland, in Russland und in den Segmenten Service und Finanzdienstleistungen sind in den vergangenen drei Monaten zum Teil zweistellig gestiegen.“ Aufgrund der Unsicherheiten um die Entwicklung des Euro und deren Auswirkungen auf die Konsumstimmung bleibt Schrader bei der Prognose für das gesamte Geschäftsjahr verhalten optimistisch: „Unser Ziel ist weiterhin ein moderates Wachstum bei wieder steigenden Gewinnen.“

Investitionen ins Kerngeschäft
Mittelfristig erwartet der Vorstandsvorsitzende positive Impulse für Wachstum und Ertrag aus der in diesem Jahr eingeleiteten Investitionsoffensive: „Aus einer Position der Stärke heraus wollen wir das Kerngeschäft mit den Marken OTTO, Baur und Schwab in eine gute Zukunft führen. Die drei Marken, die im abgelaufenen Geschäftsjahr allesamt positive Ergebnisbeiträge ablieferten, sollen im Zuge des Projekts FOKUS klarer positioniert werden. OTTO wird unter der Ägide eines eigens dafür geschaffenen Bereichsvorstands als der führende Universal-Onlinehändler mit Schwerpunkt in den Sortimentsbereichen Mode und Living klarer und kräftiger am Markt agieren und wieder zu einem Wachstumskurs zurückkehren. Entsprechende Investitionen werden getätigt. Baur und Schwab werden den eingeschlagenen Pfad zu spezialisierten Onlinehändlern konsequent fortsetzen.“

Investitionen in den E-Commerce
Das zweite Investitionsfeld sind die vielfältigen E-Commerce-Aktivitäten, die im ganzen Konzern unter der Führung des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Dr. Rainer Hillebrand vorangetrieben werden. Wesentliche Aufgabe des langjährigen Vorstands wird es sein, die E-Commerce-Aktivitäten des mit 5,3 Milliarden Euro Umsatz weltweit zweitgrößten Onlinehändlers (BtoC) zu steuern und in die Zukunft zu führen. Dazu gehören die über 60 Onlineshops der unterschiedlichen Multichannel-Einzelhändler der Otto Group wie MyToys, die reinen Online-Anbieter wie Limango, Mirapodo, Quelle.de und die Shopping24-Gruppe sowie die Corporate-Venture-Aktivitäten wie E-Venture Capital Partners und Project A, in die bereits jetzt schon ein dreistelliger Millionenbetrag investiert worden ist.

Investitionen in wachstumsstarke Weltmärkte
Ein drittes strategisches Investitionsfeld sind die wachstumsstarken Weltmärkte. Die Otto Group ist heute bereits in über 20 Ländern aktiv. Nach dem Vorbild des kraftvollen und erfolgreichen Markteintritts in Russland 2006 und dem geglückten Start im Boommarkt Brasilien 2011 wird die Otto Gruppe die Türkei als weiteren strategischen Wachstumsmarkt für den E-Commerce ins Visier nehmen. Bislang ist das Handelsunternehmen mit dem Private-Shopping-Anbieter Limango in dem aufstrebenden Land am Bosporus aktiv. Bonprix hat einen Markttest gestartet.

Investitionen in 100 Prozent nachhaltige Baumwolle
Ein ganz anderes Investment verfolgt die Otto Group im Bereich der Nachhaltigkeit. Der langen Tradition der Otto Group in diesem Thema folgend, hat sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 das gesamte eigene Baumwollsortiment auf nachhaltig produzierte Baumwolle* umzustellen. „Mit diesem ehrgeizigen Vorhaben stellen wir erneut die Pionierrolle der Otto Group beim Thema Nachhaltigkeit unter Beweis“, betont Hans-Otto Schrader.

Bilanz des Geschäftsjahres 2011/12
Im vergangenen Geschäftsjahr 2011/12 (29. Februar) hat die Otto Group ihren Umsatz um 1,7 Prozent von 11,4 Milliarden Euro auf 11,6 Milliarden Euro steigern können. Bereinigt um Währungskurseffekte betrug das Plus 2,3 Prozent. „Damit konnte die Gruppe nach dem enormen Zuwachs des vorangegangenen Geschäftsjahres in Höhe von 12,6 Prozent trotz schwierigem Umfeld die gewonnenen Kunden halten und neue dazugewinnen“, erläutert Hans-Otto Schrader. Die Umsätze in den Geschäftssegmenten Finanzdienstleistungen und Service sowie im E-Commerce legten überdurchschnittlich zu.

Die Erträge entwickelten sich wie mehrfach berichtet unterdurchschnittlich. Die Gewinnentwicklung blieb aufgrund gestiegener Rohstoff- und Faktorkosten, der Erlösschwäche einzelner Firmen wie in Frankreich und hoher Investitionen, insbesondere im Bereich der Konzern-IT, unter dem guten Vorjahresniveau. Das operative Ergebnis EBITDA verminderte sich von 667 Millionen Euro auf 539 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank von 378 Millionen Euro auf 259 Millionen Euro.

Umsatzsteigerung in allen drei Segmenten
Im Segment Multichannel-Einzelhandel konnte der Umsatz nach einem erheblichen Zuwachs im Vorjahr mit einem leichten Plus von 0,3 Prozent auf 10 Milliarden Euro stabilisiert werden. Das Service-Segment, das im Wesentlichen von der internationalen Dienstleistungsgruppe Hermes geprägt ist, konnte seine Außenumsätze erstmals über die 1-Milliarden-Umsatz-Marke steigern und um 9,0 Prozent auf 1,030 Milliarden Euro wachsen. Noch rasanter entwickelte sich das Geschäftssegment Finanzdienstleistungen, das durch die EOS-Gruppe geprägt ist. Nach einem zweistelligen Wachstum im Vorjahr auf 455 Millionen Euro, legte das Segment im Geschäftsjahr 2011/12 erneut um 16,9 Prozent auf 532 Millionen Euro zu.

E-Commerce wächst um knapp 10 Prozent
Dabei baute der Handel über das Internet seine Stellung als bedeutendster Vertriebskanal der Otto Group weiter aus. Die weltweiten Online-Umsätze stiegen um 9,2 Prozent und damit um rund 500 Millionen auf 5,3 Milliarden Euro. Damit erzielte die Otto Group mit ihren rund 60 Online-Plattformen 53 Prozent aller Erlöse im Segment Multichannel-Einzelhandel. In Deutschland legten die E-Commerce-Umsätze um rund 300 Millionen Euro (9 Prozent) auf 3,4 Milliarden Euro zu und stehen damit für 58 Prozent der Einzelhandelsumsätze. Dank dieser Zuwächse konnte die Otto Group ihre Position als weltweit größter Online-Händler für Fashion und Lifestyle und weltweit zweitgrößter Online-Händler mit dem Endverbraucher (BtoC) bestätigen.

Multichannel-Einzelhandel
Der Blick auf die Umsatzergebnisse der einzelnen Gesellschaften innerhalb des Segments Multichannel-Einzelhandel ist in Deutschland fast durchweg positiv. Die Einzelgesellschaft OTTO konnte nach dem herausragenden Umsatzzuwachs des Vorjahres die Erlöse im vergangenen Geschäftsjahr nahezu stabil halten. Die Kerngesellschaft erzielte mit einem leichten Minus von 1,3 Prozent einen Umsatz von 2,087 Milliarden Euro. Der Zuwachs im Geschäft über das Internet konnte dabei ausgebaut werden und liegt nun bei fast 75 Prozent. Weiterhin positiv entwickelte sich die Bonprix-Gruppe. Sie steigerte ihren Umsatz um 2,2 Prozent von 1,136 auf 1,162 Milliarden Euro. Die Witt-Gruppe legte um 2,4 Prozent von 629 auf 644 Millionen Euro zu. Nach einem enormen Wachstum von mehr als 22 Prozent im vorangegangenen Geschäftsjahr wuchs die Baur-Gruppe im zurückliegenden Jahr nochmals um 1,2 Prozent auf 616 Millionen Euro. Die Heine-Gruppe meldete hingegen einen Rückgang von 3,7 Prozent auf 526 Millionen Euro. Die Schwab-Gruppe mit den Marken Schwab, Sheego und MyToys steigerte ihren Umsatz kräftig um 8,4 Prozent von 464 auf 503 Millionen Euro. Sportscheck legte um 5,9 Prozent auf 347 Millionen Euro zu.

Schwierige Entwicklung in Frankreich
Bei den internationalen Aktivitäten zeigte sich vor allem in Frankreich eine schwierige Entwicklung. Die Gesellschaften der 3 Suisses International mussten einen Umsatzrückgang um 5,6 Prozent auf 1,980 Milliarden Euro hinnehmen. Gründe für diese Entwicklung waren die schlechte Konsumstimmung im Modemarkt sowie ein Umbau des Versandhandel-Geschäftsmodells in Frankreich. Eine bewusste Umsatzreduzierung hat indes die Freemans Grattan Holdings im Zuge der erfolgten Umstrukturierung in Großbritannien vollzogen. Der Umsatz sank planmäßig von 199 Millionen Euro weiter auf 164 Millionen Euro - bei nunmehr erreichter operativer Profitabilität. Insgesamt erreichte die Otto Group in Europa (ohne Deutschland, inklusive Frankreich und Russland) ein Wachstum von 3 Prozent auf 3,511 Milliarden Euro.

Positiv haben sich die Geschäfte auch in den USA und Kanada entwickelt. Trotz eines schwierigen konjunkturellen Umfelds stiegen die Umsatzerlöse, die im Wesentlichen von der Einrichtungs- und Lifestyle-Gruppe Crate and Barrel erwirtschaftet werden, kursbereinigt um 4,4 Prozent. Aufgrund des Wechselkurses verzeichnet der Wirtschaftsraum aber einen leichten Rückgang um 0,4 Prozent auf 1,148 Milliarden Euro. Das Geschäft in Asien war durch außerordentliche Ereignisse geprägt. Trotz der Tsunami- und Atomkatastrophe konnte die Otto Japan Gruppe ihren Umsatz mit rund 226 Millionen Euro stabil halten.

Weiter auf Erfolgskurs in wachstumsstarken Märkten
Bei allen Entwicklungen sticht auch im Geschäftsjahr 2011/12 das Wachstum der Otto Gruppe in Russland hervor. Die Otto Group Russia konnte als Marktführer erneut das größte Umsatzwachstum aller großen Gesellschaften erzielen. Der Umsatz in Russland konnte um 34,9 Prozent auf 487 Millionen Euro gesteigert werden. Ein ähnlich starkes Wachstum soll nun in Brasilien realisiert werden, wo die Otto Group innerhalb von fünf Jahren auf ein Umsatzvolumen von 500 Millionen US-$ wachsen will. Das Wachstum soll erreicht werden durch eine erfolgreiche Eroberung von Marktanteilen im boomenden Fashion-E-Commerce, durch Finanzdienstleistungen sowie durch die Unterstützung von lokalen und internationalen Modemarken beim Aufbau von Online-Shops in Brasilien. Neben Brasilien soll auch in der Türkei das E-Commerce-Geschäft kräftig ausgebaut werden.

Die Zahl der Beschäftigten der Otto Group stieg im vergangenen Geschäftsjahr um rund 3.500 auf mehr als 53.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.


* Nachhaltige Baumwolle wird zunächst definiert als Biobaumwolle und Baumwolle aus dem von Dr. Michael Otto initiierten Projekt „Cotton made in Africa“

 

Fotoauswahl Bilanzpressekonferenz der Otto Group 20.06.2012

Bildnachweis: Otto Group

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Eingangsbereich Konzernzentrale Otto Group
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